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300 Gramm Kokain verpackt: 18 Monate Haft

03.06.2022 • 20:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/APA/dpa/Marcus Brandt</span>
Symbolbild/APA/dpa/Marcus Brandt

An Klebebändern von Verpackung wurden ­Fingerabdrücke gefunden.

Nach Ansicht der Richter hat der Türke im März 2017 in Vorarlberg beim Portionieren und Verpacken von 300 Gramm Kokain für den Verkauf geholfen. Dafür wurde der unbescholtene Beitragstäter am Freitag am Landesgericht Feldkirch zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und Staatsanwältin Daniela Forster nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen für das Verbrechen des Suchtgifthandels betrug ein bis zehn Jahre Haft.

Drei Portionen

Fingerabdrücke des Angeklagten wurden auf der Innenseite von Klebebändern gefunden, mit denen drei Portionen Kokain zu je 100 Gramm verpackt wurden. Deshalb hielt der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Christoph Stadler den 40-Jährigen aus dem Bezirk Dornbirn für überführt. In der Anklageschrift wurde dem arbeitslosen Familienvater sogar vorgeworfen, er sei am Verpacken von 680 Gramm Kokain in sieben Portionen beteiligt gewesen. Dazu hätte die Strafdrohung ein bis 15 Jahre Gefängnis ausgemacht.

Zum Verhängnis wurde dem 40-Jährigen seine Verhaftung im Februar wegen des Verdachts der häuslichen Gewalt. Dabei wurden seine Fingerabdrücke sichergestellt, die jenen entsprachen, die 2017 bei Verpackungen von Kokain gefunden wurden, vor fünf Jahren aber noch nicht zugeordnet werden konnten.

Freispruch beantragt

Der Untersuchungshäftling wurde im April mit den Drogenvorwürfen konfrontiert und sagte vor der Polizei, vielleicht habe er damit zu tun. Vor Gericht bekannte er sich am Freitag nicht schuldig. Verteidiger Thomas Raneburger beantragte einen Freispruch. Sein Mandant sagte, er habe 2017 einem Gast in seinem damaligen Lokal Klebebänder geschenkt. So erklärte er vergeblich seine Fingerabdrücke auf der Klebefläche der Klebebänder. Zwei angeklagte Mittäter wurden in der Vergangenheit am Landesgericht für 680 Gramm Kokain verurteilt, angeblich jeweils zu drei Jahren Gefängnis.

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