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Schwester erstochen: Bruder fordert Geld

03.06.2022 • 20:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

Beklagter wurde wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt.

Im Jänner 2017 hat der türkischstämmige Österreicher in Mäder in seinem Schlafzimmer seine 40-jährige Gattin erstochen. Dafür wurde der Angeklagte im zweiten Rechtsgang rechtskräftig wegen Totschlags zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Der anwaltlich von Andrea Concin vertretene Bruder der erstochenen Frau fordert nun vom 52-jährigen Täter 20.000 Euro als Trauerschmerzengeld. Der Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch hat am Freitag begonnen. Dabei konnten sich die Streitparteien nicht auf einen Vergleich zur Beendigung des Rechtsstreits einigen. Die nächste Verhandlung findet im September statt.

Vorsätzliches Handeln

Zivilrichterin Teresa Zanon-Celigoj merkte an, die eingeklagten 20.000 Euro seien hoch gegriffen. Voraussetzung für Trauerschmerzengeld sei grob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln des Täters. Beklagtenvertreterin Zehra Yilmaz-Arslan räumte ein, vorsätzliches Handeln liege angesichts des rechtskräftigen Schuldspruchs wegen Totschlags vor. Bei der Bemessung des Trauerschmerzengeldes komme es vor allem auf die Intensität der gefühlsmäßigen Verbindung der ­Geschwis­ter an und weniger auf die Dauer des seelischen Schmerzes über den Verlust, sagte die Richterin.

Neue Verhandlung angeordnet

Im Strafverfahren wurde der Angeklagte im ersten Feldkircher Prozess im Oktober 2017 wegen Mordes zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hob im April 2018 das Urteil wegen eines Verfahrensfehlers der vorsitzenden Richterin auf und ordnete eine neue Verhandlung mit anderen Richtern am Landesgericht an.

Beim neuen Geschworenenprozess in Feldkirch wurde der Angeklagte im Juli 2018 nur noch wegen Totschlags schuldig gesprochen. Weil er sich nach Ansicht der Geschworenen in einem emotionalen Ausnahmezustand zu der Tat hinreißen lassen hatte. Der Mann fühlte sich von seiner die Scheidung anstrebenden Frau über Jahre hinweg gekränkt. Die Strafe wurde in erster Instanz mit neun Jahren Gefängnis bemessen. Danach setzte das Oberlandesgericht Innsbruck im Oktober 2018 die Haftstrafe rechtskräftig mit acht Jahren fest. Für Totschlag beträgt der Strafrahmen 5 bis 10 Jahre Gefängnis, für Mord 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft.

Unklare Beziehung

Im Strafverfahren wurde dem Bruder der Getöteten kein Schmerzengeld zugesprochen, wegen der unklaren Beziehung zu seiner Schwester. Der Privatbeteiligte wurde auf den Zivilrechtsweg verwiesen, den er jetzt beschreitet.

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