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Kiew doch wieder Kriegsziel?

05.06.2022 • 16:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Vitali Klitschko mit seinem Bruder
Bürgermeister Vitali Klitschko mit seinem Bruder AFP

Mehrere Explosionen in Kiew: Rakete flog über Atomkraftwerk.

11.20 Uhr: Rakete flog nur knapp an Atomkraftwerk vorbei

Der ukrainische Atomenergiekonzern Energoatom teilte Sonntag früh mit, dass eine russische Rakete in einer “kritisch niedrigen Höhe” über das Atomkraftwerk Piwdennoukrainska (AKW Süd-Ukraine) geflogen sei. Vermutlich sei es die Rakete gewesen, die in Richtung Kiew abgefeuert wurde, teilt der staatliche Betreiber auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Russland erzeuge damit weiterhin die Gefahr einer nuklearen Katastrophe. Die russischen Angreifer begriffen “immer noch nicht, dass schon ein kleines Raketenstück, das in einen funktionierenden Energieblock einschlagen kann, zu einer atomaren Katastrophe und Austreten von Strahlung führen kann”, teilte die Behörde mit. Sie warf Russland “atomaren Terrorismus” vor. Das AKW Piwdennoukrainska ist das zweitgrößte Atomkraftwerk der Ukraine.

9.12 Uhr: Papst will “im richtigen Moment” in das Kriegsland reisen

Papst Franziskus will in die Ukraine reisen, dafür aber “den richtigen Moment” abwarten. Er werde bald mit den ukrainischen Behörden sprechen, um zu sehen, ob dies möglich sei, sagte der Papst am Samstagnachmittag bei der Begegnung mit einer Gruppe von Kindern mit Behinderung im Vatikan. Zu ihnen zählten auch ukrainische Kinder.

“Es ist nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen, die dem Rest der Welt mehr schaden als nützen könnte. Ich muss den richtigen Zeitpunkt dafür finden”, sagte er laut dem vatikanischen Nachrichtenportal “Vatican News”. “Nächste Woche werde ich Vertreter der ukrainischen Regierung empfangen, die hierherkommen, um zu sprechen, auch über einen eventuellen Besuch von mir dort. Wir werden sehen, was passiert”, sagte Franziskus. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

8.40 Uhr: Ukrainischer Gegenangriff

Am frühen Sonntagmorgen berichteten britische Quellen von einem ukrainischen Gegenangriff in Sjewjerodonezk in den vergangenen 24 Stunden, der vermutlich die operative Dynamik der russischen Streitkräfte schwächen werde, die sie zuvor durch die Konzentration von Kampfeinheiten und Feuerkraft gewonnen hätten. Dies teilte das Verteidigungsministerium laut Reuters auf Twitter mit und zitiert aus dem regelmäßigen Geheimdienstbericht.

Auf der diplomatischen Seite rief der französische Präsident Emmanuel Macron scharfe Kritik der Ukraine mit seiner Äußerung hervor, Russland dürfe in Hinblick auf eine Verhandlungslösung nach Ende der Kämpfe nicht gedemütigt werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte dazu in der Nacht auf Sonntag: “Die schrecklichen Folgen dieses Krieges können jederzeit beendet werden … wenn eine Person in Moskau schlicht den Befehl dazu gibt.” Er bezog sich damit auf Putin und fügte hinzu: “Und die Tatsache, dass es noch immer keinen solchen Befehl gibt, ist offensichtlich eine Demütigung für die Welt.”

8.00 Uhr: Austausch von Leichen

Die Ukraine und Russland übergaben nach Behördenangaben aus Kiew der jeweils anderen Seite die Leichen von 160 Soldaten. Der Austausch sei am 2. Juni entlang der Frontlinie im Gebiet Saporischschja erfolgt, hieß es. Nach ukrainischen Angaben laufen auch weiter Verhandlungen über den Austausch von Kriegsgefangenen auf beiden Seiten. In russischer Gewalt sind Tausende ukrainische Kämpfer, darunter die Verteidiger von Mariupol, die dort im Stahlwerk Azowstal die Stellung gehalten hatten, bis Kiew die Stadt im Mai aufgab.

7.30 Uhr: Kiew wieder unter Beschuss

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Sonntag von mehreren Explosionen erschüttert worden. “Mehrere Explosionen in den Stadtbezirken Darnyzky und Dniprowsky”, teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im Messengerdienst Telegram mit. “Die Rettungsdienste sind dabei zu löschen.” Ein Augenzeuge berichtet Reuters, es sei nach den Explosionen auch Rauch in der Stadt zu sehen. Zuvor waren in weiten Teilen der Ukraine, auch in der Region Kiew, Luftschutzsirenen zu hören. Größere Angriffe auf die Hauptstadt gab es aber seit Wochen nicht mehr, weil die russische Armee sich auf den Süden und Osten konzentriert hat.

7.00 Uhr: Ukraine und Russland sehen Erfolg im Kampf um Sjewjerodonezk

Im Kampf um die Stadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine haben beide Seiten Erfolge vermeldet. Russland werfe sein “ganzes Gewicht” in die Schlacht um die Stadt, erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, am Samstag. Die ukrainischen Kräfte “drängen sie aber jetzt zurück”. Moskau erklärte dagegen, ukrainische Einheiten zögen sich aus der Stadt zurück. Die Ukraine und Russland übergaben indes der jeweils anderen Seite die Leichen von 160 Soldaten.