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Einbruch während des Begräbnisses der Mama

10.06.2022 • 17:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Bestohlenes Ehepaar fordert in Zivilprozess 23.000 Euro. Beklagte Versicherung verweigert Zahlung.

Die Mutter der Klägerin und Schwiegermutter des Klägers wurde am 16. Juli 2021 beerdigt. Während des Begräbnisses wurde das Ehepaar aus dem Bezirk Bludenz Opfer eines Einbruchdiebstahls. Eine unbekannte Täterschaft stieg im Erdgeschoss durch das gekippte Schlafzimmerfenster in das Wohnhaus ein und stahl Bargeld und Schmuck, darunter einen Ehering. Den Wert der Einbruchsbeute beziffern die Geschädigten mit 23.000 Euro.


Die Haushaltsversicherung der gegen Einbruchdiebstahl versicherten Hausbesitzer weigert sich, für den entstandenen Schaden aufzukommen, weil die Versicherungsnehmer ihrer Ansicht nach eine sogenannte Obliegenheitsverletzung begangen haben. Deshalb haben die Versicherungsnehmer die Versicherung auf 23.000 Euro geklagt. Im anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch fand am Freitag die erste Verhandlung statt. Bei der nächsten Verhandlung im Juli werden die beiden Kläger befragt werden.

Grob fahrlässig

Der Beklagtenvertreter begründet die Zahlungsverweigerung der Versicherung damit, das Schlafzimmerfenster im Erdgeschoss sei gekippt gewesen. Die unbekannte Täterschaft habe daher das Fenster aushebeln und ins Wohnhaus eindringen können. Die Versicherungsnehmer hätten grob fahrlässig gehandelt, indem sie das Fenster nicht geschlossen hätten.


Die neue Feldkircher Zivilrichterin Simone Winklbauer sagte, sie werde prüfen, ob ein entschuldbares Fehlverhalten der Kläger vorliege. Der Klagsvertreter meint, die Versicherung müsse zahlen, weil sich seine Mandanten in der emotionalen Ausnahmesituation des Begräbnisses allenfalls nur fahrlässig, aber nicht grob fahrlässig verhalten hätten. Die Klägerin lasse im Normalfall das Schlafzimmerfenster nicht gekippt, wenn niemand zu Hause sei.

Insider vermutet

Die Versicherung bemängelt auch die Verwahrung des Schmucks und des Bargelds in einem Waffenschrank. Der Kläger meint, bei den Tätern habe es sich nicht um Kriminaltouristen gehandelt, die auf Einbrüche bei Trauergästen spezialisiert seien. Denn für das Begräbnis seiner Schwiegermutter habe es in den Medien keine Todesanzeige gegeben. Zudem sei der Schlüssel für den Waffenschrank nach der Tat wieder ins Geheimversteck im Nachtkästchen zurückgelegt worden. Der Kläger vermutet als Einbrecher einheimische Insider, die über das Begräbnis und das Schlüsselversteck informiert gewesen seien.

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