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Mit Gesicht auf Blauem
Platz aufgeschlagen

10.06.2022 • 17:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die nächtliche Schlägerei ereignete sich auf dem Blauen Platz in Lustenau. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die nächtliche Schlägerei ereignete sich auf dem Blauen Platz in Lustenau. Hartinger

Schwerverletzter fordert 30.000 Euro von Beklagtem, der strafrechtlich freigesprochen wurde.

Die nächtliche Schlägerei vom 1. Februar 2019 auf dem Blauen Platz in Lustenau sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil daran zwei betrunkene Lustenauer Gemeindebedienstete beteiligt waren.

Im Strafprozess im April 2019 am Landesgericht wurde der unbescholtene Angeklagte rechtskräftig im Zweifel vom Vorwurf der schweren Körperverletzung in zwei Fällen freigesprochen. Nach Ansicht der Strafrichterin verletzte der türkischstämmige Angeklagte in Notwehr mit Faustschlägen zwei Brüder schwer, darunter einen Gemeindemitarbeiter. Demnach gingen die beiden Brüder und ein weiterer Lustenauer Gemeindebediensteter zuvor mit Faustschlägen auf den Angeklagten los.

Handyvideo

Jener Schwerverletzte, der in der Privatwirtschaft tätig ist, fordert in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch als Schadenersatz 30.000 Euro vom strafrechtlich freigesprochenen 46-Jährigen. Der 51-jährige Kläger erlitt nach den Feststellungen im Strafprozess eine Gehirnblutung und einen Schädelbasisbruch. In einem Handyvideo ist zu sehen, wie er mit dem Gesicht auf dem Blauen Platz aufschlägt.

Anwalt: Keine Notwehr

Zivilrichter Robert Renzler hat die Verhandlung in dieser Woche für geschlossen erklärt und wird nun schriftlich urteilen. Klagsvertreter Karl Schelling meint, der Beklagte habe keineswegs in Notwehr zugeschlagen. Auf Notwehr beruft sich hingegen der Beklagte auch im Zivilprozess. Der verletzte Bruder des Klägers habe auf eine Klage verzichtet, weil das Schmerzengeld wohl nur 3000 Euro betragen hätte, berichtete Anwalt Schelling.

Als letzter Zeuge wurde jener türkischstämmige 37-Jährige befragt, der das Video erstellt hat. Er sagte, der Beklagte sei rassistisch beleidigt worden. Der Kläger und seine Kollegen bestreiten das. Der Zeuge merkte an, die Zeugengebühr von 20 Euro werde er der Gemeinde Lustenau spenden, für die Integration von Türken in Österreich.

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