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Hitzewelle: Italien will Gardasee abpumpen

20.06.2022 • 14:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hitzewelle: Italien will Gardasee abpumpen
(c) apa/afp/piero cruciatti

Um Austrocknen zu verhindern, soll Gardasee abgepumpt werden.

In den norditalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Venetien und Emilia-Romagna, in denen die Po-Ebene liegt, wollen die Behörden am den Notstand ausrufen. Der Präsident des Piemont, Alberto Cirio, kündigte an, dass 170 Gemeinden in seiner Region Wasser nur mehr für lebenswichtige Zwecke wie Trinken und Lebensmittelzubereitung verwenden dürfen. Die Wasserversorgung in zehn Städten, die meisten davon in der Provinz Novara, wird nachts komplett unterbrochen.

Wie der Landwirtschaftsverband Coldiretti betont, bedrohe die Trockenheit mittlerweile die Hälfte der Anbauflächen. Diese machen rund ein Drittel der gesamten Agrarproduktion Italiens aus.

Tropfen auf dem heißen Stein?

Um das Dürre-Problem in den Griff zu bekommen, erwägen Behörden nun einen weiteren drastischen Schritt. Aus dem Gardasee, der zwischen den Alpen im Norden und der Po-Ebene im Süden liegt, soll Wasser abgepumpt werden, um den Fluss Po zu retten. In der Praxis würde es darum gehen, einen Teil des Wassers, mit dem der Gardasee bereits den Fluss Mincio speist, in den Po fließen zu lassen.

Ob dieses Vorhaben wirklich umgesetzt wird, wird in Italien zurzeit heftig diskutiert. Kritiker sehen in der Realisierung eine Gefahr für den Gardasee. Das Abpumpen wäre nichts weiter als ein sprichwörtlicher Tropfen auf dem heißen Stein. Der Po-Ebene sei damit nicht geholfen, dem Gardasee würde das Abpumpen schaden, zitiert die Zeitung La Repubblica den Generalsekretär der Gardasee-Gemeinschaft, Pierlucio Ceresa.