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Kühle Nass gegen die Rekordhitze

20.06.2022 • 19:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wie lange hält die Hitze noch an?<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Wie lange hält die Hitze noch an?Symbolbild/Hartinger

Petrus meint es derzeit gut mit den Badefreunden.

Genau 36,5 Grad Celsius zeigte das Thermometer am Sonntag um 14.40 Uhr in Feldkirch. Damit wurde ein neuer Vorarlberger Hitzerekord im Monat Juni aufgestellt, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) mitteilte. Noch nie war es im sechsten Monat des Jahres im Ländle so heiß wie am Sonntag in der Montfortstadt. Der bisherige Rekordwert war bei 36,3 Grad gelegen und am 30. Juni 1950 ebenfalls in Feldkirch erreicht worden. Österreichweit ist das Quecksilber an einem 19. Juni in der gesamten Messgeschichte noch nie auf 36,5 Grad geklettert. Der bisherige österreichische Rekordwert für diesen Tag lag bei 36 Grad, die im Jahr 2002 in Innsbruck bei der Universität gemessen worden sind. Zugleich ist der Vorarlberger Juni-Rekordwert im Österreich-Vergleich aber relativ „mild“. Denn in jedem anderen Bundesland liegt der Temperaturrekord für den Monat – teilweise deutlich – darüber. Absoluter Spitzenreiter ist Kärnten, wo das Thermometer am 27. Juni 2019 in Hermagor 39,0 Grad anzeigte.

Einer der Spitzentage

Das Sommerwetter sorgte am Wochenende natürlich auch für sehr gut besuchte Freibäder. 3200 Gäste waren es am Sonntag im Walgaubad in Nenzing, wie Geschäftsführer Oliver Tschabrun berichtet. Besuchermäßig sei es auf jeden Fall einer der Spitzentage gewesen. Gröbere Vorkommnisse habe es bis auf vereinzelte Kreislaufprobleme keine gegeben. Auch die Wartezeiten an der Kassa hätten sich in Grenzen gehalten. Mehr Geduld sei mitunter jedoch am Kiosk gefragt gewesen. Schuld daran seien jedoch nicht die Mitarbeiter gewesen, sondern die Gerätschaften. „Es dauert nun einmal seine Zeit, bis die Pommes frisch gemacht sind“, meint der Geschäftsführer.

Walgaubad-Geschäftsführer Oliver Tschabrun ist mit der Saison bisher "mehr als zufrieden". <span class="copyright">Hartinger</span>
Walgaubad-Geschäftsführer Oliver Tschabrun ist mit der Saison bisher "mehr als zufrieden". Hartinger

Mit dem bisherigen Verlauf seit dem Saisonstart ist Tschabrun „mehr als zufrieden“. Beim Saisonkartenverkauf sei beinahe schon wieder das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht worden. Spitzentage wie am Wochenende sind für den Geschäftsführer und sein Team natürlich sehr stressig. Er weiß jedoch aus Erfahrung, dass es über den Sommer trotz möglicher weiterer Hitzewellen auch wieder ruhigere Zeiten geben wird: „Man merkt zum Beispiel die Ferien, wenn viele in Urlaub fahren.“

Zeit zum Durchatmen

Bei vielen heißen Tagen früh in der Saison könne Mitte August dann bei manchen Badegästen durchaus schon eine gewisse „Freibadmüdigkeit“ eintreten, erzählt der Walgaubad-Geschäftsführer. Dann würden diese statt ins Schwimmbad vielleicht lieber einmal in die Berge gehen. Tschabrun ist das aber durchaus recht: „Das ist gut so, denn es soll ja der gesamte Tourismus- und Freizeitbereich etwas vom Sommer haben. Außerdem haben unsere Mitarbeiter dann auch ein bisschen Zeit, um durchzuatmen.“

Weiter heiß

Vorerst dürften die Freibäder aber weiterhin gut besucht sein. Denn das schwülheiße Wetter soll in den kommenden Tage noch andauern, heißt es bei der Zamg. Rekordwerte wie am Sonntag dürften aber den Prognosen der Experten zufolge nicht erreicht werden. Auch die Gewitterneigung soll ab heute deutlich zunehmen. Die Prognose in Sachen Temperatur geht in den kommenden Tagen von Höchstwerten zwischen 27 und 30 Grad aus.

Juni-Höchstwerte

Die Temperatur-Rekordwerte im Juni je Bundesland (absteigend):

Kärnten: 39,0 Grad am 27. Juni 2019

Niederösterreich: 38,6 Grad am 20. Juni 2013

Tirol: 38,5 Grad am 30. Juni 2019

Wien: 37,7 Grad am 30. Juni 2012

Burgenland: 37,4 Grad am 30. Juni 2012

Salzburg: 37,4 Grad am 30. Juni 2019

Steiermark: 37,3 Grad am 30. Juni 2019

Oberösterreich: 37,0 Grad am 30. Juni 2019

Vorarlberg: 36,5 Grad am 19. Juni 2022

Quelle: Zamg-Facebookseite

Laut Wetterring Vorarlberg seien die Modelle noch uneins, was die Prognose für das Wochenende betrifft. „Von leicht zu kühl und unbeständig bis sommerlich warm ist alles drin“, heißt es auf der Webseite.