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Elektrisierender
Alternativ Rock

21.06.2022 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine völlig durchgeknallte Show erlebte das Publikum am Montagabend mit Grandson im Conrad Sohm. <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
Eine völlig durchgeknallte Show erlebte das Publikum am Montagabend mit Grandson im Conrad Sohm. Daniel Furxer

Der amerikanisch-kanadische Sänger Grandson rockte mit seiner Band das Conrad Sohm – schweißtreibend.

Mit der Wienern Formation Jeremy Pascal begann der Abend am Montag im Dornbirner Conrad Sohm schon sehr vielversprechend. Mit einer Mischung aus etwas Punk, Ska und Rap brachten sie das zahlreich erschienene Publikum ordentlich auf Betriebstemperatur. Mit jungem, frischem Sound, feministischer Geste der Bassistin und einem grundsympathischen Sänger waren sie mehr als eine konventionelle Vorband.

Grandson, bürgerlich Jordan Edward Benjamin, zog mit seiner Power und Bühnenpräsents als Hauptact sofort alle in den Bann. Kommen die Lieder auf den erschienenen Alben eher etwas handzahm daher, so knallte die Band ihre Hits wie „Kult“ oder „Blood//Water“ live extrem druckvoll raus. Die Mischung aus Alternativ Rock gepaart mit Rap-Elementen erzeugte live eine Tanzstimmung, der sich niemand entziehen konnte. Der teilweise sehr rockige, harte Sound, unterlegt mit kräftigen Drumbeats, animierte in der Folge auch zu einem kleinen Circle Pit – ein relativ seltenes Erlebnis im Sohm.

Von Herzen

Die Bandmitglieder waren mit einigen Solos sehr präsent, die Hauptaufmerksamkeit gehörte aber dem Sänger, der das Publikum bei fast jedem Lied zum Mitsingen oder Springen animierte. Und das auf eine Art und Weise, die nicht aufgesetzt wirkte, sondern von Herzen kam.
Weit davon entfernt, einfach seine Nummern runter zu singen, elektrisierte er das Publikum mit seinen weltanschaulichen Ansichten. „Heute probiere ich auf der Bühne, ein Rockstar zu sein. Ihr könnt für zwei Stunden auch sein, was ihr euch wünscht“, lautete seine programmatische Ansage.

Überraschungseffekt

Als ein Mädchen aus dem Publikum per Handy den Wunsch äußerte, auf der Bühne mitsingen zu dürfen, kam er diesem Wunsch gerne nach. Sie wurde verkabelt und sang sehr textsicher und melodisch einwandfrei den Song. Dieser beliebte – jemand aus dem Publikum auf die Bühne holen – Showteil war hier definitiv nicht so geplant und auch für ihn ein Überraschungseffekt.

Die Zugabe nutze Grandson dann noch, um von der Bar aus einen Stage Dive ins Publikum zu wagen. Ein gelungener Abschluss einer völlig durchgeknallten Show.
Daniel Furxer