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Fünf Euro Raubbeute: Sieben Jahre Gefängnis

24.06.2022 • 19:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Strafe fiel hoch aus, weil überfallener 19-Jähriger in Disco-Toilette mit Faustschlägen schwer verletzt wurde.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Angeklagte zusammen mit einem Mittäter am 26. Dezember 2019 in einer WC-Kabine einer Diskothek in Röthis einen 19-jährigen Gast mit 20 bis 30 wuchtigen Faustschlägen ins Gesicht schwer verletzt und ihm die Geldtasche mit fünf Euro Bargeld geraubt.

Dafür wurde der mit sechs Vorstrafen belastete 25-Jährige am Freitag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Hinzu kommen zehn Haftmonate aus einer früheren Verurteilung, die ursprünglich bedingt gewährt worden waren. Damit beträgt die Gesamtstrafe sieben Jahre und vier Monate Haft. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, weil Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder drei Tage Bedenkzeit in Anspruch nahm.

Schwerer Raub

Der Raub wurde als schwerer Raub gewertet, weil das Opfer mit einem Orbitabodenbruch und einem Kieferbruch schwere Verletzungen erlitten hat. Der Strafrahmen für schweren Raub erhöht sich auf 5 bis 15 Jahre Gefängnis, wenn das Opfer schwer verletzt wurde.

Als Mittäter wurde bereits im Jänner am Landesgericht über einen mehrfach vorbestraften 23-Jährigen rechtskräftig eine siebenjährige Freiheitsstrafe verhängt. Beim türkischstämmigen Österreicher kam ein Haftjahr aus einer offenen Vorstrafe dazu. Somit belief sich für ihn die Gesamtstrafe auf acht Jahre Gefängnis.

Vielzahl an anderen Delikten

Für den am Freitag bestraften 25-Jährigen habe die Sanktion sechseinhalb und nicht sieben Jahre ausgemacht, weil der 23-Jährige neben dem schweren Raub auch noch wegen einer Vielzahl anderer Delikte schuldig gesprochen worden sei, sagte Richterin Sabrina Tagwercher als Vorsitzende des Schöffensenats. Der Schuldspruch gegen den 25-jährigen Asiaten umfasste auch das Vergehen der falschen Beweisaussage. Weil er im Jänner als Zeuge im Prozess gegen den 23-Jährigen wahrheitswidrig angegeben hatte, mit dem Raub in der Disco nichts zu tun zu haben.

Glaubwürdige Angaben

Der Schöffensenat hielt die Angaben des mutmaßlichen Opfers für glaubwürdig. Der mittlerweile 21-jährige Zeuge gab an, er sei in die WC-Kabine gezerrt worden, habe dort von beiden Angeklagten zahlreiche Faustschläge ins Gesicht erhalten und ihm sei die Geldtasche geraubt worden. Freigesprochen wurde der 25-Jährige vom Vorwurf, er habe mit der Bankomatkarte aus der geraubten Geldtasche Zigaretten bezahlt und so einen Einbruchsdiebstahl begangen.