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Strombonus und Sonderdividende

24.06.2022 • 20:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Höhe des Strombonus entspricht den monatlichen Energiekosten eines durchschnittlichen Haushalts.  <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Höhe des Strombonus entspricht den monatlichen Energiekosten eines durchschnittlichen Haushalts. Klaus Hartinger

Illwerke vkw zieht bei nächs­ter Abrechnung automatisch 40 Euro ab.

Der Vorarlberger Energieversorger Illwerke vkw blickt auf ein außerordentlich gutes Geschäftsjahr zurück. Die Bilanz weist Umsatzerlöse von 917 Millionen Euro aus. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von knapp 35 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf 136 Millionen Euro. Den überwiegenden Teil der Erträge habe man durch Energielieferungen nach Deutschland erzielt, sagte Finanzvorstand Christof Germann gestern nach der Aufsichtsratssitzung. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Belieferung der Endkunden in Vorarlberg derzeit keine positiven Ergebnisbeiträge bringe.

Aus den satten Erträgen werden nun 54 Millionen Euro an das Land Vorarlberg ausgeschüttet, davon 27 Millionen Euro als Sonderdividende. Ein Teil des Geldes fließt in das 20 Millionen Euro schwere Anti-Teuerungspaket, das am Dienstag von der Landesregierung beschlossen wurde. Weiters sollen unter anderem die Energieberatung ausgebaut werden und Akzente in der Ökologisierung gesetzt werden, so Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink.

Rund sechs Millionen Euro

Für die Vorarlberger Haushaltskunden der Illwerke vkw gibt es einen Strombonus von 40 Euro, Einkommensschwache, die von der GIS-Gebühr befreit sind, erhalten 120 Euro. Beim Strombonus orientierte sich das Unternehmen an den monatlichen Energiekosten eines durchschnittlichen Haushalts. Insgesamt wende man dafür rund 6 Millionen Euro auf, teilte Vorstand Helmut Mennel mit. Der Betrag werde automatisch bei der nächsten Jahresrechnung abgezogen.

Auch Kunden der vkw-Vertriebskooperationspartner E-Werke Frastanz, Stadtwerke Feldkirch und Montafonerbahn AG sollen den Strombonus erhalten. Hier befinde man sich in Gesprächen, sagte Germann. Zudem will die Illwerke vkw mit einer breit angelegten Energiesparaktion ab Herbst Kunden belohnen, die im Vergleich zur vorigen Jahresrechnung eine Einsparung erzielen. Diese sollen mit Bargeld belohnt werden.

Illwerke-vkw-Finanzvorstand Christof Germann.   <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Illwerke-vkw-Finanzvorstand Christof Germann. Dietmar Stiplovsek

Das Unternehmen gab auch einen Ausblick auf zukünftige Investitionen, die im Zuge der Energiewende notwendig seien. Bis 2030 werden rund zwei Milliarden Euro in den Neubau und Erhalt der Anlagen investiert, das geplante Mammut-Kraftwerk Lünersee II mit einem Volumen von weiteren zwei Milliarden Euro nicht mitgerechnet.

Auf NEUE-Nachfrage, ob das Landesunternehmen die vom Rechnungshof (RH) festgestellte Überzahlung der Inserate in der Wirtschaftsbund-Zeitung von der ÖVP zurückfordern wird, meinte Germann: „Die Sache ist bei uns natürlich präsent. Bisher gibt es allerdings nur eine Presseaussendung, aber keinen Rechnungshofbericht.“ Die Einschätzung der Prüfer, dass alle Beträge, die über den Anzeigenpreis des Bregenzer Gemeindeblatts hinausgehe, als Parteispende zu werten sei, teile er jedenfalls nicht.