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Den ganzen Tag lang in die Sommerschule

28.06.2022 • 18:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Pilotversuch in Altach und Höchst: Sommerschule erstmals mit Nachmittagsbetreuung.

Auch heuer wird es die Sommerschule wieder geben. Darüber hinaus möchte das Land sie künftig als Ganztagesschule anbieten und startet heuer deshalb ein Pilotprojekt: In den Gemeinden Altach und Höchst wird nach dem Unterricht von 8 bis 12 Uhr ein Mittagessen und danach eine Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr angeboten. Das teilte Bildungslandesrätin und Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink gestern im Pressefoyer nach der Regierungssitzung mit. Eventuell wird die Ganztagssommerschule auch dieses Jahr noch in Dornbirn, Bludenz und dem Montafon angeboten, entsprechende Gespräche laufen.

Gemeinsame Sache

Die Bildungsdirektion organisiert den schulischen Ablauf. Die Organisation der Mittags- und Nachmittagsbetreuung übernehmen die Pilotgemeinden. Eltern in Altach und Höchst können wählen, ob ihre Kinder ganz- oder halbtägig zur Sommerschule gehen. Wenn Eltern nur am Betreuungsangebot am Nachmittag interessiert sind, können sie sich an die Gemeinde wenden; gibt es genügend Platz, kann das Kind in die Betreuung.

Den ganzen Tag lang in die Sommerschule
Bürgermeister Markus Giesinger (Altach), Landesstatthalterin und Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink, Heidi Schuster-Burda, Vizebürgermeisterin von Höchst. Land Vorarlberg / K. Kuca

In Altach sind aus den Volksschulen Altach und Mäder bisher 38 Kinder für die ganztägige Sommerschule angemeldet, in Höchst aus den Gemeinden Höchst, Gaissau und Fußach 46 Volksschulkinder. Sowohl Altachs Bürgermeister Markus Giesinger als auch die Höchster Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Buda betonten beim Pressefoyer, dass in ihren Gemeinden schon bisher fast durchgängig Ferienbetreuung angeboten werde und zwar seit mehreren Jahren. In Altach gebe es nur vier Ferienwochen im ganzen Jahr ohne Betreuungsangebote, in Fußach sind es fünf Ferienwochen pro Jahr ohne Angebot.


Das Land unterstützt die ganztägige Sommerschule, indem es 60 Prozent der Personalkosten für die Betreuung übernimmt. Zudem holte das Land das Jugendinformationszentrum aha mit ins Boot. Einerseits unterstützt das aha die Gemeinden bei der Freizeitorganisation, andererseits wird es die Grundlagen erheben, die für eine Ausrollung des Ganztagesangebotes der Sommerschule notwendig sind. Nach Umsetzung des Projekts in Altach und Höchst wird im Herbst eine Arbeitsgruppe zusammentreten, in der möglichst alle Sommerschul-Standortgemeinden vertreten sind. Bei diesen Treffen werden die Grundlagen für den weiteren Ausbau besprochen, um das Angebot in den kommenden Jahren flächendeckend auszurollen.

„Kind der Pandemie“

Insgesamt wird die Sommerschule in Vorarlberg an circa 50 Standorten in den letzten beiden Ferienwochen abgehalten. Es ist ein kostenloses Angebot für Schüler von 6 bis 14 Jahren mit Nachholbedarf in den Fächern Deutsch, Mathematik oder Sachunterricht. 2020 wurde die Sommerschule ins Leben gerufen, da Schüler wegen des ersten Lockdowns und der langen Zeit im Distance Learning zusätzliche Unterstützung benötigten. Damals und auch im vergangenen Jahr gab es – wie Schöbi-Fink sagte – großen Zulauf zur Sommerschule, die sie als „Kind der Pandemie“ bezeichnete. Mittlerweile ist die Sommerschule gesetzlich verankert und somit fester Bestandteil des österreichischen Bildungssystems, betonte die Bildungslandesrätin. Wie wichtig sie sei, habe man aus Rückmeldungen von Lehrpersonen erfahren: Sie berichteten, dass gerade Kindern aus bildungsfernen Schichten der Einstieg ins neue Schuljahr nach Besuch der Sommerschule viel leichter gefallen sei.

Der Bedarf an Lehrpersonen für die Sommerschule kann heuer gut gedeckt werden.

Barbara Schöbi-Fink, Bildungslandesrätin


Durch die gesetzliche Verankerung im Lehrerdienstrecht mit der entsprechenden Bezahlung sei es heuer einfacher, Lehrer und Studierende für die Sommerschule zu finden. „Der Bedarf kann abgedeckt werden“, sagte Schöbi-Fink. Zudem sei die Nachfrage mit bisher 1147 Kindern weniger groß als in den vergangenen Jahren, in denen es bis zu 2700 Anmeldungen gab.


Die Sommerschule findet von 29. August bis 9. September statt. Nachmeldungen sind noch möglich.