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Wohnungstür beschädigt: Drei Monate Gefängnis

29.06.2022 • 13:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Acht einschlägige Vorstrafen, rascher Rückfall: Deshalb unbedingte Haftstrafe für Angeklagten.

Nach Ansicht der Richter in beiden Instanzen hat der Angeklagte die Wohnungstür seiner 30-jährigen Freundin mutwillig beschädigt. Der Vorfall trug dem 27-Jährigen eine rechtskräftige Verurteilung zu drei Monaten Gefängnis wegen Sachbeschädigung ein. Die mögliche Höchststrafe wäre sechs Monate Haft gewesen.


Mit der unbedingten Freiheitsstrafe wurde der Strafrahmen zur Hälfte ausgeschöpft, weil der Angeklagte bereits mit acht einschlägigen Vorstrafen belastet war. Zudem sei er drei Monate nach seiner Haftentlassung rasch rückfällig geworden. Das sagte Richterin Angelika Prechtl-Marte als Vorsitzende des Berufungssenats des Landesgerichts Feldkirch.

Milde Strafe

In der Berufungsverhandlung wurde der Strafberufung des Angeklagten keine Folge gegeben. Die am zuständigen Bezirksgericht verhängte Sanktion wurde in zweiter Instanz bestätigt. Der Leitende Staatsanwalt Wilfried Siegele merkte in seinem Plädoyer an, angesichts der zahlreichen einschlägigen Vorstrafen seien drei Monate Gefängnis eine milde Strafe.
Der Verteidiger beantragte vergeblich eine kombinierte Strafe, also eine bedingte, nicht zu verbüßende Haftstrafe und eine unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Geldstrafe. Denn sein Mandant habe sein Leben mittlerweile in den Griff bekommen und arbeite.

Das Berufungsgericht hat zwei Schuldsprüche aufgehoben und dazu eine neue Verhandlung am Bezirksgericht angeordnet. Weil für das Zweitgericht nicht klar war, ob der Angeklagte tatsächlich die Bankomatkarte seiner Freundin weggenommen und damit den Tatbestand der Entfremdung unbarer Zahlungsmittel erfüllt hat.
Zudem vermissten die drei Berufungsrichter Feststellungen dazu, dass sich der Angeklagte bereichern wollte, als er seiner Freundin das Handy und den Wohnungsschlüssel wegnahm. Die Taten könnten statt als Diebstahl auch nur als dauernde Sachentziehung gewertet werden.