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Das ändert sich in der Bregenzer Innenstadt

30.06.2022 • 19:26 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Stadt Bregenz</span>Plan der neuen Verkehrsorganisation.
Stadt BregenzPlan der neuen Verkehrsorganisation.

Das Stadzentrum von Bregenz soll ab heute größtenteils autofrei sein. Was noch erlaubt ist und was nicht.

Ab heute ist die Bregenzer Innenstadt größtenteils autofrei. Die Verkehrsberuhigung beinhaltet insbesonders die Einführung von Fußgängerzonen in der Rathausstraße, Anton-Schneider-Straße, Kirchstraße, Römerstraße sowie Maurachgasse. Es sei somit Vorarlbergs größte zusammenhängende Fußgängerzone. Begegnungszonen entstehen in der Bergmannstraße, Anton-Schneider-Straße, Nepomukgasse, Kornmarktstraße, Jahnstraße und Neugasse.

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hartinger

Mehr Aufenthaltsqualität

Gemeinsam mit Experten habe die Politik unter Einbeziehung der Bevölkerung darüber diskutiert und geplant, wie das Stadtzentrum zumindest großteils autofrei werden kann, ohne die Erschließung der Kernzone mit ihren zahlreichen Wohnungen und Geschäften zu behindern, informiert die Stadt Bregenz ges­tern. Von der neuen Situation würden vor allem Menschen, die das ganze Jahr dort leben und ihre kurzen Alltagswege nicht-motorisiert zurücklegen, profitieren. Aber auch für den sonstigen Fuß- und Radverkehr bedeute dies eine Steigerung der Aufenthaltsqualität und der Sicherheit.

Die Stadt Bregenz geht davon aus, dass durch die neuen Fußgängerzonen die zentrumsnahe Wirtschaft der Landeshauptstadt durch die Ausweitung der verkehrsberuhigten Bereiche eine zusätzliche Belebung erfahren wird.

Klimaschutz

Weiters hätten die Maßnahmen der verkehrsfreien Innenstadt einen positiven Effekt auf das Klima. Etwa könnten die frei werdenen Pkw- Abstellplätze durch Baumbepflanzungen begrünt werden. Zudem würde die Lärmemission im Bregenzer Stadtzentrum nun größtenteils entfallen, und auch die Luftqualität soll sich verbessern. Die Mobilitätswende werde durch das neue Projekt ebenso vorangetrieben, indem sanfte Mobilität gegenüber motorisiertem Individualverkehr bevorzugt wird. Dem schließt sich auch der Bregenzer Bürgermeister Michael Risch an: „Zukunftsweisende Veränderungen brauchen Mut. Ich bin froh, dass wir gemeinsam in der Stadtvertretung diesen Mut bewiesen und zentrale Bereiche weitgehend von Autos, Abgasen und Lärm befreit haben.“

<span class="copyright">Hartinger</span>Michael Ritsch.
HartingerMichael Ritsch.

Doch welche Änderungen ergeben sich nun konkret für die Bregenzer Bevölkerung und die Besucher der Landeshauptstadt?

1. Was passiert mit den Parkmöglichkeiten in der Fußgängerzone?
In der unmittelbaren Umgebung der Bregenzer Innenstadt sind über 1900 Stellplätze für die Öffentlichkeit in Form von Parkplätzen, Stellplätzen im öffentlichen Verkehrsraum und (Tief-)Garagen vorhanden. Mit der Verkehrsberuhigung entfallen insgesamt 70 Stellplätze, informiert die Stadt.

2. Wo sind die Behindertenparkplätze?
Für Personen mit einem Ausweis gemäß StVO Paragraf 29b sind mehrere Behindertenstellplätze am Rande der Fußgängerzone eingeplant, sodass Menschen mit eingeschränkter Mobilität weiterhin Zugang zur Innenstadt haben. Insgesamt werden zwei zusätzliche Behindertenstellplätze im Nahbereich des Zentrums geschaffen, heißt es. Die Zu- und Abfahrt in die Fußgängerzone sei für jene Menschen über die Römer- und Rathausstraße bei Erfordernis gestattet.


3. Wird es in der Fußgängerzone PKW-Parkmöglichkeiten geben?
In Fußgängerzonen ist gemäß Paragraf 76a StVO jeglicher Fahrzeugverkehr verboten. Die Lenker von Fahrzeugen dürfen in Fußgängerzonen nur mit Ausnahmegenehmigung oder zu den allgemeinen Zeiten von 6 bis 10 und 18 bis 20 Uhr zum Zwecke von Ladetätigkeiten an den hierfür vorgesehenen Stellen einfahren. Es ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Halten und Parken ist in Fußgängerzonen verboten


4. Ist die Durchfahrt für Taxis, Zustelldienste oder Blaulichtorganisationen erlaubt?
Die Fußgängerzone darf neben den gesetzlichen Ausnahmen in Paragraf 76a Abs. 5 StVO auch mit dem Taxi sowie mit Kfz des Mietwagengewerbes (zum Personentransport) befahren werden. Zustelltätigkeiten sind von 6 bis 10 und von 18 bis 20 Uhr gestattet. Einfahrten für Ladetätigkeiten zu den Apotheken sind über die Römer- und Rathausstraße dauerhaft erlaubt.
Zudem dürfen in Fußgängerzonen gemäß Paragraf 76a StVO Fahrzeuge des öffentlichen Sicherheitsdienstes und der Feuerwehr in Ausübung des Dienstes als gesetzliche Ausnahme fahren. Darüber hinaus dürfen Feuerwehrleute auf dem Weg zu einem Einsatz auch mit dem privaten Pkw zum Feuerwehrhaus in der Belruptstraße zufahren.

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hartinger


5. Wie wird die Zu- und Abfahrt zu den Parkplätzen für Anrainer geregelt?
Die Stadt Bregenz weist darauf hin, dass es für Leute, die einen privaten Stellplatz im Bereich der Fußgängerzone besitzen, eine Ausnahmebewilligung nach Paragraf 45 Abs. 2 StVO bedarf, um mit dem Fahrzeug zukünftig in die Fußgängerzone zu gelangen. Die Antragstellung bzw. das Ausstellen des Bescheides durch die Landeshauptstadt Bregenz sei jedoch gebühren- und abgabenpflichtig.


6. Wie wird der Busverkehr geregelt?
Die Landbuslinien 12c und 12d fahren im Bestand von der Montfortstraße über die Römer- und Kirchstraße weiter in die Thal­bachgasse. Außerdem erfolgt die Rückfahrt der Landbuslinie 12d ebenfalls über die Kirch- und die Römerstraße in das übergeordnete Landesstraßennetz. Eine Änderung des Liniennetzplanes für die Fußgängerzone ist vorerst nicht vorgesehen. Die gegenständlichen Buslinien fahren wie bisher ihre Routen im bestehenden Takt. Das bedeutet, dass der Linienbus die Fußgängerzone der Römer- und der Kirchstraße im Schritttempo durchfährt.


7. Wo ist künftig die Einfahrt zum Rathausparkplatz?
Die Einfahrt erfolgt über die Bergmannstraße. Um eine Rückstauung zu verhindern, werde bereits in der Belruptstraße eine Anzeige ersichtlich sein, welche über die Verfügbarkeit freier Parkmöglichkeiten Auskunft gibt. Die Ausfahrt erfolgt über die Belruptstraße.