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Land und Ärztekammer klären über Impfung auf

30.06.2022 • 19:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Stiplovsek</span>
Symbolbild/Stiplovsek

Land und Ärztekammer gaben bezüglich der Pandemie einen Ausblick in den Herbst.

Auf die Bedeutung des dritten Stichs bei der Covid-19-Impfung haben am Donnerstag Vertreter der Ärztekammer und des Landes aufmerksam gemacht.

Dieser vervollständige die Grundimmunisierung und sollte auch durchgeführt werden, falls Betroffene bereits eine Coronainfektion durchgemacht hätten. Dazu berichteten die Verantwortlichen, dass man sich bereits seit Längerem intensiv auf die bevorstehenden Herausforderungen im Herbst vorbereite.

Deutlich stärker als angenommen

Die Infektionszahlen seien in den vergangenen Wochen wieder deutlich gestiegen, berichteten Ärztekammerpräsident Burkhard Walla, der Covid-Beauftragte der Kammer Robert Spiegel, Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher und Armin Fidler, Mitglied der österreichischen Corona-Kommission. Entwickle sich die Lage weiter so, werde die Sommerwelle deutlich stärker ausfallen als angenommen. Zuletzt seien auch bezüglich der Impfung Fragen und Verunsicherung in der Bevölkerung aufgetaucht, meinten die Experten. Es gehe dabei vor allem darum, „wer sich wie und wann wieder impfen lassen soll“.

Erhöhte Schutzwirkung

Die Empfehlung ist dabei aus Sicht der Verantwortlichen eindeutig: Das Nationale Impfgremium habe in den aktuellen Anwendungsempfehlungen klargestellt, dass für eine Grundimmunisierung drei Stiche notwendig seien – unabhängig davon, ob eine Infektion mit dem Virus durchgemacht worden ist. Durch die dritte Impfung erhöhe sich die Schutzwirkung deutlich. „Während eine reine Infektion nur einen effektiven Schutz von 46,1 Prozent bietet, liegt die Effektivität von drei Impfungen bei 52,2 Prozent“, erklärte Armin Fidler. Einen noch besseren Schutz gebe es, wenn eine Infektion mit der Impfung kombiniert würden. „Haben Patientinnen oder Patienten eine Infektion überstanden und sich anschließend zwei Mal impfen lassen, liegt der effektive Schutz bei 55,1 Prozent. Durch die dritte Impfung erhöht sich dieser Wert auf 77,3 Prozent“, führte der Experte aus.

Pflegeheime im Juli

Eine vierte Impfung werde bereits jetzt Personen über 65 Jahren und Risikopatienten empfohlen, wenn die Grundimmunisierung mehr als sechs Monate zurückliege. Durch den erneuten Booster werde der Schutz um zehn weitere Wochen erhöht. In den Pflegeheimen werden im Juli Impftermine angeboten, um den Schutz für die vulnerablen Gruppen zu erhöhen, berichtete der Landessanitätsdirektor. Weitere Maßnahmen würden gemäß der Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums umgesetzt.

Auffrischung für alle

Die Verantwortlichen der Ärztekammer und des Landes erklärten, dass im Herbst dann Auffrischungs­impfungen für die breite Bevölkerung angeboten werden sollen. Aktuell sei geplant, dass es ab Mitte Oktober beziehungsweise Anfang November ausreichend Impfmöglichkeiten geben soll. Noch sei unklar, ob es dann auch einen neuen Impfstoff geben wird. Doch auch die bestehenden Vakzine würden ausreichenden Schutz bieten.


Die Experten appellierten im Zusammenhang mit der Pandemie auch an die Eigenverantwortung. Selbst wenn es keine Vorgaben der Regierung mehr gebe, sei es sinnvoll, selbst die bewährten Schutzmaßnahmen wie Masken tragen, Hände waschen und Kontakte reduzieren zu ergreifen.