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Schaffner bedroht, aber nicht verletzt

04.07.2022 • 21:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Sams</span>
Symbolbild/Sams

Über Handgreiflichkeiten im Zug wurde vor Gericht verhandelt.

Er sei ein toter Mann, hat der aufgebrachte und alkoholisierte Fahrgast nach den gerichtlichen Feststellungen am 17. April im Regionalexpress in Götzis zum Schaffner gesagt.

Demnach hat der ohne Fahrschein reisende Deutsche den Zugbegleiter damit dazu genötigt, ihm seinen Personalausweis zurückzugeben.
Wegen Nötigung wurde der unbescholtene Arbeitslose in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 720 Euro (180 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 360 Euro. Die anderen 360 Euro wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, weil der ohne Verteidiger vor Gericht erschienene Angeklagte automatisch drei Tage Bedenkzeit erhielt. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht drei Monaten Haft.

Einen Monat lang nicht arbeitsfähig

Im Zweifel freigesprochen wurde der 34-jährige Angeklagte vom Vorwurf der Körperverletzung. Denn er könne nicht feststellen, wie der ­Zugbegleiter zu Sturz gekommen sei und dabei Prellungen und eine Verstauchung erlitten habe, sagte Richter Christoph Stadler in seiner Urteils­begründung. Der Schaffner sagte dazu, er wisse nicht, wie das im Gerangel mit dem Angeklagten, an dem sich auch ein zweiter Zugpassagier beteiligt habe, passiert sei. Er sei einen Monat lang nicht arbeitsfähig gewesen.

Der Zugbegleiter und die ÖBB wurden mit ihren Schadenersatzansprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Wechselseitige Stöße

Im Überwachungsvideo der ÖBB, das in der Gerichtsverhandlung gezeigt wurde, war der Sturz des Zugkontrolleurs nicht zu sehen. Erkennbar waren aber wechselseitige Stöße. Sogar der Anwalt des Schaffners räumte nach der Strafverhandlung ein, dass allem Anschein nach überraschenderweise sein Mandant mit dem Stoßen begonnen haben könnte.