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28.000 Vorarlberger Jobs hängen vom Gas ab

05.07.2022 • 12:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
IV-Geschäftsführer Chris­tian Zoll und Präsident Martin Ohneberg (v.l.) <span class="copyright">sams</span>
IV-Geschäftsführer Chris­tian Zoll und Präsident Martin Ohneberg (v.l.) sams

Die Vorarlberger Industriellenvereinigung begeht ihr ­75-jähriges Bestehen mit einer wenig erfreulichen Studie.

Die Vorarlberger Industriellenvereinigung feierte am Montag ihr 75-jähriges Bestehen mit vielen Gästen, aber ohne jede inhaltliche Beschaulichkeit. „Während in Deutschland und der Schweiz die Planungen für den Fall eines Gaslieferstopps bereits weit fortgeschritten sind, wird in Österreich nach wie vor nur auf das Energielenkungsgesetz verwiesen“, kritisiert IV-Präsident Martin Ohneberg. Man plant daher nun selbst vor.

Tausende Arbeitsplätze in Gefahr

Im Zuge dessen wurde von der IV eine Studie in Auftrag gegeben, um das wirtschaftliche Ausmaß eines Gaslieferstopps abschätzen zu können. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Fast 28.000 Jobs, ein Viertel aller heimischen Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Gewerbe, hängen von Gaslieferungen ab. Besonders betroffen seien etwa Verpackungen und die Stahlverarbeitung, gibt Ohneberg zu bedenken. Ein Gaslieferstopp würde daher nicht nur diese, sondern auch andere Sektoren rasch betreffen. Aber auch bei künftigen Energieformen werde man von Importen abhängig bleiben.

IV-Präsident Martin Ohneberg. <span class="copyright">Sams</span>
IV-Präsident Martin Ohneberg. Sams

Zu ihrem 75-jährigen Bestehen, die IV Vorarlberg ­wurde 1947 gegründet, pocht die Industriellenvereinigung auf mehr Tempo bei den politischen Entscheidungsprozessen: „Vorarlberg braucht Fortschritte bei der Kinderbetreuung, bei den Arbeitskräften und der Energiesicherheit“, so Ohneberg. Man habe bereits in der Vergangenheit immer wieder große Infrastrukturprojekte, wie den Bau der Rheintalautobahn, unterstützt und sehe auch jetzt den Ausbau der Bahn grundsätzlich positiv. Kritikpunkte gibt es aber auch vonseiten des IV-Präsidenten: „Ich bin einerseits froh, dass man in Wien endlich die Notwendigkeit für einen zwei- und dreigleisigen Ausbau in Richtung Deutschland erkannt hat, andererseits halte ich die oberirdische Variante für kurzsichtig.“

Derartige Projekte seien auf 100 Jahre ausgelegt und müssten mit entsprechendem Weitblick geplant und umgesetzt werden, erklärt Ohneberg.

Wechsel bei den Jungen

An der Spitze der jungen Industrie kommt es zu einem Wechsel: Katharina Rhomberg-Shebl wird im Vorsitz von Anna Hilti beerbt.
Zum Geburtstag gönnt sich die Industriellenvereinigung außerdem eine Licht-Show bei der Inatura und beim gegenüberliegenden Kunstraum in Dornbirn, die das Künstlertrio OchoReSotto mit der Unterstützung von Zumtobel, Doppelmayr und Henn umsetzt. Diese soll auch für mehrere Tage der Bevölkerung gezeigt werden.
Moritz Moser