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Ex-Ehefrau auch mit Paket voll Kot gestalkt

08.07.2022 • 14:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Zudem belästigte Angeklagter laut Urteil geschiedene Gattin mit beleidigenden Nachrichten. Vorbestrafter wieder wegen Delikten gegen Ex-Frau verurteilt.

Ein Paket mit tierischen Exkrementen erhielt die 40-jährige am 24. Mai. In Auftrag gegeben hat die Zustellung des Pakets nach Ansicht von Richter Christoph Stadler der angeklagte Ex-Mann der Unterländerin. Vor der Postsendung hat der Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen zwischen Oktober 2021 und April 2022 trotz eines gerichtlichen Kontaktverbots seine geschiedene Gattin auch mit beleidigenden Whatsapp-Nachrichten und versuchten Telefonanrufen gestalkt. Zudem hat er ihr dem Urteil zufolge schriftlich damit gedroht, sie nicht mehr in Ruhe leben zu lassen, und ihr einen qualvollen Tod gewünscht.

Bedingte Haftstrafe

Wegen beharrlicher Verfolgung und gefährlicher Drohung wurde der mit acht Vorstrafen belastete Frühpensionist am Freitag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von fünf Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht umgerechnet zehn Monaten Haft.

Mildernd gewertet wurde das überwiegende Geständnis des Angeklagten. Erschwerend waren der rasche Rückfall und einschlägige Vorstrafen. So sei der Angeklagte schon einmal wegen anderer Straftaten zum Nachteil seiner früheren Frau verurteilt worden, merkte der Strafrichter in seiner Urteilsbegründung an.

Der beschuldigte 42-Jährige bestritt, etwas mit dem Paket mit tierischem Kot zu tun zu haben. Richter Stadler war aber auch dazu von seiner Schuld überzeugt. Zumal die für Rückfragen angeführte Telefonnummer auf dem Paket bis auf eine Ziffer identisch mit jener des Angeklagten sei. Des Weiteren berichtete die 40-Jährige als Zeugin vor Gericht davon, er habe ihr während der Ehe von einer Homepage erzählt, über die Pakete mit Kot von verschiedenen Tieren bestellt werden können.

Der Angeklagte merkte an, er habe seiner ehemaligen Ehefrau lediglich volle Windeln von gemeinsamen Kindern nach sonntäglichen Besuchen übergeben. Sie deutete dieses Verhalten als Ausdruck seiner Respektlosigkeit. Der Richter gab dem Angeklagten den Rat, benützte Windeln selbst zu entsorgen, um Reibereien zu vermeiden.