Allgemein

Wie es mit Kapfturm in Feldkirch weitergeht

09.07.2022 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Grundstück liegt seit 2007 brach. Nun soll dort ein Hotel gebaut werden.<br><span class="copyright">Alfred Geisinger/Dietrich Untertrifaller</span>
Das Grundstück liegt seit 2007 brach. Nun soll dort ein Hotel gebaut werden.
Alfred Geisinger/Dietrich Untertrifaller

Immobilienentwickler ändert Nutzungskonzept aufgrund Preise.

Eigentlich hätten die Bauarbeiten für den Kapfturm in Feldkirch bereits im Sommer des vergangenen Jahres starten sollen. Grund für die Verzögerung war in erster Linie der anspruchsvolle Bauplatz. „Es waren zahlreiche Abstimmungen mit Land und Stadt nötig. Wir konnten aber alles in guter Zusammenarbeit lösen“, erklärt Immobilienentwickler Alfred Geisinger im NEUE-Gespräch. Im Zuge des Neubaus werde unter anderem die Verkehrsführung optimiert. Das Baugrundstück befindet sich nämlich an einer neuralgischen Stelle neben dem Portal des stark frequentierten Ardetzenbergtunnels. Zudem führen ein Radweg und die Stadtbusroute am Grundstück vorbei. Laut Geisinger gilt es hier, zahlreiche Auflagen zu berücksichtigen. Änderungen gibt es aber auch hinsichtlich der Nutzung. Aufgrund der enorm gestiegenen Preise im Bausektor will Geisinger das Projekt nun „kommerzieller anlegen“. Soll heißen: Die ursprünglich geplanten 16 Mietwohnungen machen Platz für zusätzliche Hotelbetten. Statt 38 wird es künftig 60 Betten geben. „Nur so kann die Rentabilität des Projekts gewährleistet werden“, begründet Geisinger die Nutzungsänderung.

Momentan befinden sich auf dem Grundstück nur ein paar Parkplätze. <span class="copyright">Hartinger</span>
Momentan befinden sich auf dem Grundstück nur ein paar Parkplätze. Hartinger

Neben dem Hotelbetrieb wird es ein frei zugängliches Restaurant samt Gastgarten geben, zudem sind eine Skybar sowie ein Fitness- und Wellnessbereich geplant. Ganz oben auf dem Dach will Geisinger ein Penthouse mit flexibler Nutzung errichten. Die Pläne für den 27 Meter hohen Turm mit acht Stockwerken gehen aus einem Architekturwettbewerb hervor, der noch von der früheren Grundstücksbesitzerin trimana AG ausgelobt wurde.

„Der Umstand, dass wird im Kapfturm nun keine Wohnungen bauen, ist den gestiegenen Preisen auf dem Bausektor geschuldet.

Alfred Geisinger , Immobilienentwickler

Mehr als 10 Millionen Euro

Die Baukosten beziffert Geisinger mittlerweile mit „deutlich mehr“ als zehn Millionen Euro, vor zwei Jahren rechnete er noch mit 8,5 Millionen Euro.
Ende Juni hat der Projektwerber bei der BH Feldkirch um die Baubewilligung, gewerbebehördliche Genehmigung sowie die naturschutz- und ­forstrechtliche Bewilligung für das Hotel angesucht. Übernächste Woche findet die Bauverhandlung statt.

Alfred Geisinger erzählt im Gespräch von Planänderungen und Baukosten. <span class="copyright">Alfred Geisinger/Dietrich Untertrifaller</span>
Alfred Geisinger erzählt im Gespräch von Planänderungen und Baukosten. Alfred Geisinger/Dietrich Untertrifaller

Die Bauarbeiten selbst werden erst im Frühjahr 2023 starten, zuvor müssen im Herbst noch Vorarbeiten wie etwa Leitungsumlegungen erledigt werden. Auch ein Steinschlagschutzdamm muss errichtet werden, denn das Grundstück befindet sich unmittelbar am Fuß des Ardetzenbergs.

Standort

Bis Mitte der 2000er-Jahre stand dort das traditionsreiche Gasthaus „Unterm Kapf“. Seit dem Abriss liegt das Grundstück praktisch brach, lediglich einige Parkplätze befinden sich auf dem Areal. Geisinger möchte die Fläche nun wieder zu einem „fixen und attraktiven Bestandteil des Stadtlebens“ machen. Sorgen, dass der Standort zu abgelegen sein könnte und sich die Kundschaft deshalb lieber ein Bett in der Innenstadt oder in Bahnhofsnähe suchen wird, macht sich der Unternehmer nicht. „Das wird etwas ganz Besonderes. Etwas, das sich vom Üblichen abhebt.“ Es werde ein spezielles Betreiberkonzept und eine besondere Innenraumgestaltung geben, versichert Geisinger. Zu viel verraten möchte er allerdings jetzt noch nicht.

Branchenerfahrungen konnte der Immobilienentwickler in den vergangenen Monaten mit dem Hotel Bären in Feldkirch sammeln. Seit Mai 2021 ist er Eigentümer des Beherbergungsbetriebes, der Vorarlbergs wohl berühmtester Kreuzung einst den Namen gab. Weniger berühmt, aber ähnlich verkehrsreich ist der Standort des Kapfturms. Mit einer großangelegten Bepflanzung möchte er die dortige Aufenthaltsqualität verbessern.