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Demonstranten besetzen Präsidentenpalast

10.07.2022 • 14:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Demonstranten halten den Palast von Sri Lankas Staatspräsidenten Gotabaya Rajapaksa besetzt. Swimming Pool inklusive.
Demonstranten halten den Palast von Sri Lankas Staatspräsidenten Gotabaya Rajapaksa besetzt. Swimming Pool inklusive. AP (Eranga Jayawardena)

Sri Lankas Staatspräsident Rajapaksa hat seinen Rücktritt angekündigt.

Nach den angekündigten Rücktritten des Präsidenten und des Premiers haben im krisengeschüttelten Sri Lanka mehrere Minister ihre Ämter aufgegeben. Mindestens vier Ressortchefs hätten ihren Rücktritt eingereicht, weitere würden folgen, sagte ein Regierungssprecher am Sonntag. Inmitten von Massenprotesten wegen der schweren Wirtschaftskrise in dem südasiatischen Inselstaat hatte Präsident Gotabaya Rajapaksa am Samstag seinen Rücktritt mit 13. Juli angekündigt.

Auch Premierminister Ranil Wickremesinghe erklärte sich bereit, seinen Posten zu räumen. Aufgebrachte Demonstranten hatten den Präsidentenpalast und das Präsidialamt gestürmt und die Privatresidenz des Premiers in Brand gesteckt. Beide Politiker waren zuvor in Sicherheit gebracht worden.

Hunderte Demonstranten hielten am Sonntag weiterhin die Präsidentengebäude besetzt. Zu weiteren Zwischenfällen sei es nicht gekommen, teilte die Polizei mit. Drei Verdächtige seien wegen des Brandes im Haus des Premiers festgenommen worden. Bei den Protesten am Samstag hatten Zehntausende Menschen in der Hauptstadt Colombo den Rücktritt der politischen Führung gefordert. Es habe mindestens 95 Verletzte gegeben, sagte eine Krankenhaussprecherin.

Der Inselstaat südlich von Indien mit seinen etwa 22 Millionen Einwohnern erlebt seine schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Wut der Demonstranten richtet sich unter anderem gegen einen seit Monaten bestehenden Mangel an Treibstoff, Gas zum Kochen, aber auch an Medikamenten und Lebensmitteln sowie gegen die hohe Inflation und stundenlange Stromausfälle. Ein Grund dafür ist, dass Einnahmen aus dem für Sri Lanka wichtigen Tourismus im Zuge der Corona-Pandemie eingebrochen sind. Dem stark verschuldeten Land fehlt das Geld, um wichtige Güter zu importieren.