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29.000 Euro verspielt statt Firma gegründet

11.07.2022 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte verspielte das geliehene Geld  eines Investors in einem Casino.<span class="copyright"> Symbolbild Apa/Gindl</span>
Der Angeklagte verspielte das geliehene Geld eines Investors in einem Casino. Symbolbild Apa/Gindl

Vorbestrafter hätte mit Geld eines Investors Taxiunternehmen betreiben sollen.

Ob er damit fragen wolle, wie blöd man denn sein könne, einem Unbekannten so viel Geld zu überlassen. So verstand Richter Dietmar Nußbaumer die Anmerkung des 33-jährigen Türken. Der Angeklagte hatte vor Gericht zu Protokoll gegeben, er habe als damaliger Taxifahrer den Investor doch eben erst kennengelernt. Trotzdem habe ihm der Mann 24.000 Euro und 5000 Schweizer Franken gegeben. Damit hätte er ein Taxiunternehmen gründen sollen. Als Gegenleistung hätte er den Geldgeber monatlich mit 30 Prozent am Umsatz beteiligen sollen.

Spielsucht

Aber er habe sich mit dem Geld nicht selbstständig gemacht, sagte der Angeklagte. Stattdessen habe er den gesamten Betrag im Casino verspielt. Er sei spielsüchtig und habe noch nie über so viel Bargeld verfügt. Wegen Veruntreuung wurde der geständige und mehrfach einschlägig vorbestrafte Arbeitslose am Montag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von 15 Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 480 Euro (120 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Hinzu kommen weitere 480 Euro aus einer offenen Vorstrafe. Damit sind dem Gericht insgesamt 960 Euro zu überweisen. Als Bewährungsauflage hat er sich einer Spielsuchttherapie zu unterziehen. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht 17 Monaten Haft. Dem Geschädigten ist das Geld zurückzuzahlen.

Von Vorwurf freigesprochen

Freigesprochen wurde der Vater von fünf Kindern aus dem Bezirk Dornbirn vom Vorwurf des Verstoßes gegen das über ihn verhängte Waffenverbot. Im Zweifel ging der Strafrichter davon aus, dass der Pfefferspray und das Klappmesser tatsächlich im Eigentum der Lebensgefährtin des Angeklagten stehen.
Das Urteil ist nur deshalb nicht rechtskräftig, weil dem Angeklagten automatisch drei Tage Bedenkzeit zustehen, da er keinen Verteidiger hatte.