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Sommerschule hat heuer genug Lehrer

11.07.2022 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Sommerschule bietet, ähnlich wie hier im Caritas-Lern­café, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Lernrückstände aufzuholen.<span class="copyright">Michael Fröhle</span>
Die Sommerschule bietet, ähnlich wie hier im Caritas-Lern­café, Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Lernrückstände aufzuholen.Michael Fröhle

Förderunterricht ist laut Land personell ausreichend ausgestattet.

Nachdem die Bildungsdirektion im Vorjahr noch bis in den August mit der Suche nach Lehrpersonal für die Sommerschule beschäftigt war, gestaltete sich die Situation heuer deutlich entspannter: „Erfreulicherweise ist sichergestellt, dass dafür jedenfalls genügend Personal zur Verfügung steht. Rund 150 Lehrpersonen sowie 40 Lehramtstudierende, die in dieser Zeit als in Ausbildung befindliche Freizeitpädagoginnen und -pädagogen gelten, haben sich gemeldet“, freute sich Landesstatthalterin Schöbi-Fink am Montag – wortgleich wie in einer Aussendung aus dem Vormonat.

Hinzu kommen 56 Standortleiter. Damit könne der Unterricht überall abgedeckt werden, heißt es von der Zuständigen Bildungsdirektion.

Deutlich weniger Anmeldungen

Dass ausreichend Betreuungspersonal zur Verfügung steht, mag auch an der deutlich geringen Zahl an Anmeldungen liegen. Wurden 2021 noch etwa 2500 Vorarlberger Schüler für die Sommerschule angemeldet, sind es heuer 1446. Ende Juni hatte das Land noch 1147 gemeldet, es kann aber immer noch Nachmeldungen geben. Das aktuelle Aufkommen entspricht in etwa dem des Jahres 2020.

Der Großteil der Anmeldungen entfällt auf die Volksschulen, hier besuchen im August und September 704 Kinder das zusätzliche Bildungs­angebot. In den Neuen Mittelschulen und Unterstufenklassen wurden bisher 519, in den AHS-Oberstufen und BHS 223 Schüler angemeldet.

Der Schwerpunkt auf den Volksschulen macht sich auch bei den angebotenen Gegenständen Deutsch, Mathematik und Sachunterricht bemerkbar. Positive Entwicklungen gibt es beim zeitlichen Umfang des Angebots. Das Land bietet erstmals in Altach und Höchst eine ganztägige Sommerschule an. An diesen Standorten soll es ein Mittagessen und eine Nachmittagsbetreuung bis um 17 Uhr geben. Im Juni hatte das Land noch verkündet, dass Eltern zwischen einem Vormittags- und Ganztagsangebot wählen könnten. Letzteres kam schließlich nur in den beiden genannten Gemeinden zustande.

Wenig Freunde am Gymnasium

Dass das Programm an den mittleren und höheren Schulen deutlich weniger beliebt ist, könnte auch am mangelnden Zuspruch der Lehrer liegen. An manchen Gymnasien soll sich kein einziger von ihnen für die Sommerschule gemeldet haben. Die Anreize für Lehrer gelten als gering.

Erst Anfang Juli wurde die Sommerschule im Gesetz neu geregelt, um schultypübergreifende Modelle zu ermöglichen. Angehende Lehrer werden in Vorarlberg doppelt angestellt: Am Vormittag für den Unterricht und am Nachmittag als Freizeitpädagogen. Die Lehramtsstudenten müssen aber vor Dienstantritt keinen verpflichtenden Einsatz in einer Sommerschule leisten. Das Ministerium hat dieses Vorhaben auf Druck der Hochschulvertreter fallengelassen.

Unterstützung für Gemeinden

Der Aufwand für die Sommerschule wurde weitgehend den Schulerhaltern und damit den Gemeinden umgehängt. Das Land unterstützt diese jedoch finanziell und organisatorisch bei der Umsetzung. Neben dem Angebot an den Schulen bieten auch die Volkshochschulen und die Lerncafés der Caritas neuerlich ein Sommerprogramm an.

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