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Weidach: Heizwerk nimmt konkrete Formen an

18.07.2022 • 19:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Heizwerk Bregenz Rieden ging Anfang Juni in Betrieb. Im Stadtteil Weidach soll ein weiteres Biomasse-Heizwerk gebaut werden. <span class="copyright">Stadt Bregenz/illwerke Vkw</span>
Das Heizwerk Bregenz Rieden ging Anfang Juni in Betrieb. Im Stadtteil Weidach soll ein weiteres Biomasse-Heizwerk gebaut werden. Stadt Bregenz/illwerke Vkw

18 Millionen Euro sollen in das Biomasse-Heizwerk investiert werden.

Biomasse-Heizwerke oder Absichtserklärungen dazu schießen derzeit in Vor­arlberg wie Schwammerl aus dem Boden. Jetzt nehmen auch die seit einiger Zeit immer wieder kolportierten Pläne zur Errichtung eines Biomasse-Heizwerkes im Bregenzer Stadtteil Weidach sehr deutliche Formen an.

Wie die Stadt Bregenz jüngst mitteilte, habe man in der Stadtvertretung am 14. Juli 2022 einen Grundsatzbeschluss für ein Biomasse-Heizwerk in dieser Gegend gefasst.

Drei Partner an Bord

Die bekannt gewordenen Details zum Projekt: So gründen die zukünftigen Partner Illwerke vkw, Bregenzer Stadtwerke und Marktgemeinde Wolfurt bald die Fernwärme Weidach GmbH. Sie soll das geplante Biomasse-Heizwerk betreiben. Vorgesehen ist das Heizwerk samt Rundholzlager auf einer rund 4.200 Quadratmeter großen Fläche auf dem Betriebsareal des Hauptsitzes von Illwerke vkw.

15 Kilometer langes Verteilernetz

In der ersten Ausbaustufe können rund 19.000 Megawattstunden an Energie pro Jahr produziert werden. Damit sollen über ein rund 15 Kilometer langes Hochtemperatur-Wärmeverteilnetz mehr als 250 Objekte mit Wärme für Heizung und Warmwasseraufbereitung versorgt werden.
Dafür werden pro Jahr etwa 24.000 Schüttraummeter Holz benötigt. Darüber hinaus werde über eine mögliche Flächenerweiterung in der Zukunft um etwa 1700 Quadratmeter nachgedacht. Dort könnten dann auch ergänzende Technologien wie Kraft-Wärme-Kopplungen mittels Holzvergasung oder mit Hilfe des Betriebes eines Wasserstoff- oder Biogas-Blockheizkraftwerkes zum Einsatz kommen.

Standort noch nicht fixiert

Illwerke vkw-Pressesprecher Christof Burtscher sagte auf wpa-Nachfrage, dass der konkrete Standort auf dem Firmenareal von Illwerke vkw derzeit noch nicht feststehe. Das sei Gegenstand von Evaluierungen. Die Besonderheit des geplanten Biomasse-Heizwerkes bestehe darin, dass es „sehr zukunftsfähig“ sei, da auch eine Reihe von Varianten zukünftig umsetzbar sei, etwa die Verstromung der erzeugten Wärme. Zudem seien das Werk und damit auch der Abnehmerkreis ausbaufähig. Wichtig für eine hohe Effizienz der Gesamtanlage, also Heizwerk und Nahwärmenetz, sei eine entsprechende Wärmedichte. „Bestenfalls sind sehr viele und nahe zusammenliegende Gebäude in einem Gebiet, das erschlossen wird“, sagt Burtscher.

Investment von 18 Millionen

Die Initiatoren haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die zu einem Investitionsbedarf von rund 18 Millionen Euro kommt. Das Geld soll als Eigenkapital der Gesellschafter, in Form von Fremdkapital und durch Förderungen aufgebracht werden. Für die Landeshauptstadt werden im Fall der Realisierung eine Kapitaleinlage und Haftungen über 2,33 Millionen Euro schlagend.

Das Vorhaben übertrifft das heuer in Betrieb genommene Biomasse-Heizwerk in Bregenz-Rieden von den Dimensionen her also deutlich. Möglicherweise können die Bauarbeiten für das geplante Heizwerk in Bregenz-Weidach Ende 2023 beginnen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sei dann voraussichtlich Ende 2024 zu erwarten. Über eine eigene Internetseite der Illwerke vkw können sich Interessenten seit ein paar Tagen schon jetzt über das Projekt informieren.

Günther Bitschnau/wpa

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