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Hitzewelle und keine Abkühlung in Sicht

18.07.2022 • 19:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Strahlen um die Wette: Die Sonnenblume und ihre Namensgeberin. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Strahlen um die Wette: Die Sonnenblume und ihre Namensgeberin. Dietmar Stiplovsek

Hitze der vergangenen Tage war ein Vorgeschmack auf das, was uns diese Woche noch erwartet.

Heiß ist es seit einigen Tagen und es wird noch heißer. Hoch „Jürgen“ sorgt in dieser Woche für extreme Hitze in ganz Westeuropa – auch Österreich und damit auch Vorarlberg wird von einer Hitzewelle erfasst, die hierzulande das Thermometer bis auf 35 Grad steigen lassen wird.

Laut dem Meteorologen Alfred Neururer von der ZAMG – Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Innsbruck sollten diese Höchstwerte hierzulande heute und morgen erreicht werden. Bei der morgigen Eröffnung der Bregenzer Festspiele ist für den Empfang auf dem Symphonikerplatz somit leichte Kleidung angesagt.

Auch eine Möglichkeit der Erfrischung: Füße ins kühle Nass.  <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Auch eine Möglichkeit der Erfrischung: Füße ins kühle Nass. Stiplovsek

Nennenswerte Niederschläge sind laut dem Experten indes nicht in Sicht. Am Mittwochabend bzw. in der Nacht auf Donnerstag dürfte es aber einige Gewitter geben und in der Folge eine „Abkühlung“ auf 29 bis 30 Grad. Die große Erleichterung wird die aber nicht bringen, so Neururer, weil die Luft feuchter und schwüler wird und es es daher gefühlt ebenso heiß.

In der Folge baut sich dann Richtung Wochenende aber die nächste Hitzewelle auf. Bis zu 33 Grad prognostiziert der Experte, wobei Gewitter nicht auszuschließen sind. Einhergehend mit den sonnigen Tagen der letzten Wochen weist der Juli bis dato auch ein massives Niederschlagsdefizit auf – sprich, es hat viel zu wenig geregnet.

In den Gärten muss derzeit viel gegossen werden.  <span class="copyright">Oliver Lerch</span>
In den Gärten muss derzeit viel gegossen werden. Oliver Lerch

Rund 105 mm Regen sind im Juli in Bregenz zwischen 1981 und 2010 durchschnittlich gefallen – heuer waren es bisher 29 mm. In absehbarer Zeit wird sich daran auch nicht viel ändern, sagt Neururer. Die durchschnittliche Temperatur liegt in der Landeshauptstadt im aktuellen Monat indes mit 21,1 Grad rund zwei Grad über dem Mittelwert.

Prinzipiell ist zwischen Mitte Juli und Mitte August die heißeste Zeit im Jahr, informiert der Meteorologe, die sogenannten Hundstage. Wenn es da einmal eine Hitzwelle gebe, sei das nicht weiter erwähnenswert. Problematisch sei allerdings die Häufung der Hitzewellen in den vergangenen Jahren und die sei ein Fakt.

In Fußach wurden am Montag Rohre für die Bewässerung verlegt. <span class="copyright"> Hartinger </span>
In Fußach wurden am Montag Rohre für die Bewässerung verlegt. Hartinger

Auf den professionellen Gemüse- und Obstanbau im Land hat die Hitze aktuell noch kaum Auswirkungen. Der Großteil der Gemüseanbauflächen in Vorarlberg ist bewässerungsfähig, informiert Harald Rammel von der Landwirtschaftskammer. Allerdings hätten die Gemüsebauern dadurch einen massivem Mehraufwand. Rund zehn bis zwanzig Liter Wasser pro Quadratmeter müssten derzeit je nach Bodenbeschaffenheit jeweils auf die Felder. Das sei mit einiger zusätzlicher Arbeit verbunden.

Im Obstbau ist derzeit die Beerenernte im Gang, die Zwetschken stehen in den Startlöchern, Birnen und Äpfel brauchen noch ein bisschen, erläutert Ulrich Höfert von der Landwirtschaftskammer den aktuellen Stand. Nachdem Beeren Flachwurzler sind haben sie bei dieser Hitze und Trockenheit durchaus zu kämpfen. Allerdings gebe es auch hier in den meisten Fällen Bewässerungsmöglichkeiten.

Fruchtgröße

Die Zwetschke, die ursprünglich aus südlicheren Regionen kommt, halte die Trockenheit länger aus, erklärt Höfert. Auch Äpfel und Birnen hätten aktuell keine Probleme. Allerdings sollte es dann irgendwann schon regnen, weil ansonsten die Fruchtgröße beeinträchtigt wird, so der Experte. Das heißt, die Früchte bleiben klein.

Allerdings scheint sich auch hier das Sprichwort „Kein Schaden ohne Nutzen“ zu bewähren: Aufgrund der Trockenheit sind Pilzkrankheiten, die es eher feucht lieben, derzeit kein Thema. Und auch die Kirschessigfliege, die laut Höfert den Kirschen heuer stark zugesetzt hat, mag die Hitze nicht. Dieser Schädling suche sich nach Ablauf der Kirschsaison nämlich andere Wirte, informiert der Experte, etwa Beeren – diesbezüglich sei das aktuelle Wetter durchaus von Vorteil.