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Drogen im Wert von 98.000 Euro angebaut

25.07.2022 • 17:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte hatte Marihuana angebaut.  <span class="copyright">Symbolbild AFP</span>
Der Angeklagte hatte Marihuana angebaut. Symbolbild AFP

Therapie statt Strafe für unbescholtenen Süchtigen, der 9,8 Kilogramm Marihuana erzeugte und selbst konsumierte.

Seit 2017 hat der geständige Angeklagte 9,8 Kilogramm Marihuana im Wert von 98.000 Euro angebaut und konsumiert, davon 8,8 Kilogramm zusammen mit seiner Freundin. Dafür wurde der unbescholtene Frühpensionist am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von acht Monaten und einer Geldstrafe von 1600 Euro (400 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.
Der Drogenabhängige kommt in den Genuss von Therapie statt Strafe. Wenn der 39-Jährige eine Drogentherapie absolviert, muss er die Geldstrafe nicht bezahlen.

Psychisch überfordert

Angeklagt ist auch die Freundin des 39-Jährigen aus dem Bezirk Bregenz. Sie sei psychisch überfordert und deswegen zur Gerichtsverhandlung nicht erschienen, teilte ihr Verteidiger mit. Richter Christoph Stadler lässt nun mit einem psychiatrischen Gutachten abklären, ob die Angeklagte verhandlungsfähig ist. Der Frau wird im Strafantrag der Anbau und Konsum von 8,8 Kilo Marihuana seit 2018 vorgeworfen.

Cannabis angebaut habe er bei sich daheim in einem Outdoorzelt im Garten, gab der Angeklagte zu Protokoll. Im Indoorzelt habe seine Freundin Cannabisanbau betrieben. Die beiden Angeklagten hätten das erzeugte Marihuana nicht verkauft, sondern selbst konsumiert, sagte der Verteidiger des 39-Jährigen. Die Frau habe das Marihuana zur Selbstmedikation benötigt.

Diversion beantragt

Der Verteidiger des Angeklagten beantragte eine Diversion mit einer Probezeit. Das sei wegen der großen Drogenmengen nicht möglich, erwiderte Richter Stadler. Im Fall einer Weitergabe des Rauschgifts oder beim Anbau und Konsum von mehr als zehn Kilogramm Marihuana, wäre eine teilbedingte Haftstrafe zu verhängen gewesen, merkte der Strafrichter an. Aber auch dafür hätte es Therapie statt Strafe gegeben.

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