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Vorarlberger verursachen am wenigsten Restmüll

25.07.2022 • 11:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In keinem anderen Bundesland fällt pro Kopf so wenig Restmüll an. <span class="copyright">Umweltverband</span>
In keinem anderen Bundesland fällt pro Kopf so wenig Restmüll an. Umweltverband

Wien produziert fast viermal so viel Restmüll pro Kopf wie Vorarlberg.

Österreichs Haushalte produzieren fast 1,5 Millionen Tonnen Restmüll pro Jahr, das sind im Durchschnitt 165 Kilogramm pro Person. Das ist zu viel, und vor allem zu teuer und ineffizient, so der Verband Österreichische Entsorgungsbetriebe (VOEB). Müllvermeidung und konsequente Abfalltrennung könnten diesen Wert deutlich senken.

Das Müllmusterländle

Vorarlberg ist österreichisches Musterland bei der Müllvermeidung und -trennung: Nur 72 Kilogramm Restmüll fallen im Ländle pro Person und Jahr an, in Wien sind es hingegen 280 Kilogramm – fast viermal so viel. Je niedriger dieser Wert, desto eher werden Ressourcen und die Geldbörse geschont, denn die Entsorgung von Restmüll ist vergleichsweise teuer. Effizienter ist es, Abfall so gut wie möglich zu vermeiden und Wertstoffe wie Glas, Metall oder Papier in keinem Fall im Restmüll, sondern getrennt zu entsorgen.

So können sie recycelt und wiederverwertet werden. Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB: „Um die Restmüllmenge zu reduzieren, hat die Vermeidung von Abfall oberste Priorität.  Dazu gehört zum Beispiel der achtsame Einkauf von Lebensmitteln, die Reduktion von Verpackungsmüll oder der Verzicht auf Produkte, die eigentlich gar nicht gebraucht werden. Ideal wäre österreichweit eine Restmüllmenge von höchstens 80 kg pro Person und Jahr.“

Die Montanuni Leoben hat erhoben, dass rund 250.000 Tonnen Kunststoffe, 200.000 Tonnen Papier, 70.000 Tonnen Glas und 67.000 Tonnen Metalle jährlich im Restmüll österreichischer Haushalte landen, ebenso enorme Mengen an eigentlich wiederverwertbarem Biomüll. Jüly: „Das ist ein Skandal. In Zeiten von Ressourcenknappheit muss jeder und jede Einzelne dafür sorgen, dass Glas, Kunststoff, Metalle, Altpapier und Bioabfall getrennt gesammelt werden. Nur so können diese Wertstoffe weiterverarbeitet und recycelt werden. Das spart Energie als auch Rohstoffe und leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.”

Aus sortenreinen Wertstoffen entwickeln die österreichischen Entsorgungsbetriebe wertvolle Sekundärrohstoffe, die in der Industrie wieder zum Einsatz kommen.

Regionale Unterschiede

Laut Statusbericht sind die regionalen Unterschiede auf viele Ursachen, wie landesrechtliche Bestimmungen, bestehende Sammelsysteme, Anzahl von Zweitwohnsitzen, Intensität des Tourismus oder Anteil der mitentsorgten Abfälle aus gewerblichen Betrieben, zurückzuführen.

Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB, ergänzt: „Vorarlberg zeigt vor, wie es gehen kann. Wenig Restmüll und korrekte Mülltrennung sind für alle Beteiligten von Vorteil: Die Gemeinden sparen unnötige Behandlungskosten und dadurch Steuergeld, wir Entsorger können effizient recyceln und Erlöse aus Wertstoffen lukrieren. Hinzu kommt, dass durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen die Wirtschaft Ressourcen und Energie spart.“

Was passiert mit dem Restmüll?

Gemischter Siedlungsabfall – also Restmüll – wird in Österreich entweder thermisch in Müllverbrennungsanlagen (MVAs) verwertet oder in mechanisch-biologischen Aufbereitungsanlagen (MBAs) behandelt. 2019 wurden 1.276.000 Tonnen der gemischten Siedlungsabfälle direkt oder nach Aufbereitung im ersten Behandlungsschritt thermisch und 164.000 Tonnen biologisch behandelt. 21.000 Tonnen aus dem Siedlungsabfall aussortierte Altstoffe wurden stofflich verwertet.

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