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Wetterexperten zogen über den Juli Bilanz

01.08.2022 • 18:36 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik präsentierten ihre Daten.

Bei der Wetterbilanz im Juli liegt Vorarlberg im österreichweiten Trend.

Demnach war der Monat im langjährigen Vergleich heuer deutlich zu warm und zu trocken. Das zeigt die Monatsbilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg). Zugleich schien auch länger die Sonne als sonst üblich. In zwei der drei Bereiche waren in Vorarlberg die Abweichungen vom langjährigen Mittel österreichweit am größten, nur in Wien gab es ein noch größeres Minus bei den Niederschlägen.

In konkreten Zahlen ausgedrückt, war es im Ländle um 2,1 Grad Celsius wärmer als im Mittel der Jahre von 1991 bis 2020. Lediglich in Kärnten wurde mit 2,0 Grad eine ähnlich starke Abweichung verzeichnet. In Sachen Niederschlag wurde ein Minus von 46 Prozent zum Durchschnittswert von 1991 bis 2020 verzeichnet. Lediglich in Wien war der Juli im Durchschnittsvergleich mit einem Minus von 59 Prozent noch trockener. Die Sonne zeigte sich im Juli in Vorarlberg um 21 Prozent länger am Himmel als sonst in diesem Monat üblich. Bei der Zamg-Wetterstation in Dornbirn wurde im Juli eine Sonnenscheindauer von 286 Stunden gemessen – um 24 Prozent mehr als im Schnitt der Jahre 1991 bis 2020. Spitzenreiter in Sachen Sonnenschein war jedoch der Rohrspitz mit 317 Stunden.

137 Liter pro Quadratmeter

Auch beim Wetterring Vorarl­berg bestätigt sich im Monatsrückblick, dass der Juli wärmer und trockener war als im Mittel. So war an der Wetterstation Feldkirch-Nofels der 1. Juli mit einem Höchstwert von 14 Grad der kühlste Tag des Monats. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 20,6 Grad. Lediglich sieben Mal wurde in den vergangenen 30 Jahren ein höherer Wert erreicht, schreibt der Wetterring-Experte Edi Walser in seinem Monatsrückblick. In Sachen Niederschläge wurde im Juli in Feldkirch-Nofels eine Gesamtmenge von 137 Litern pro Quadratmetern gemessen. Dies mache in etwa 90 Prozent der normalerweise üblichen Menge aus, heißt es beim Wetterring. Dennoch habe es zwischen 8. und 20. Juli auch eine längere Phase mit Trockenheit gegeben. Erst ab dem 20. Juli hätten sich dann fast täglich Gewitter mit Niederschlägen entladen.

Der Juli in Vorarlberg

Niederschlagsabweichung: -46 Prozent

Temperaturabweichung: +2,1 Grad Celsius

Abweichung der Sonnenscheindauer: 21 Prozent

Temperaturhöchstwert: 35,2 Grad Celsius am 25. Juli in Feldkirch

Temperaturtiefstwert (Gipfel/Hochalpin): 3,2 Grad Celsius am 9. Juli in Lech

Temperaturtiefstwert unter 1000 Metern: 6,3 Grad Celsius am 9. Juli in Schoppernau

Höchstes Monatsmittel der Lufttemperatur: 21,8 Grad Celsius in Bregenz

Höchste Sonnenscheindauer: 317 Stunden am Rohrspitz

Quelle: ZAMG (Abweichungen jeweils zum Mittel von 1991 bis 2020)

Der Start in den August dürfte den Prognosen zufolge ein heißer sein. So soll sich zu Wochenmitte ein Ableger des Azorenhochs über Mitteleuropa ausbreiten, heißt es von den Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at). „Sowohl der Mittwoch als auch der Donnerstag verlaufen sonnig und meist trocken“, prognostizierte Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe. Dabei könnten österreichweit Höchsttemperaturen von 33 Grad am Mittwoch und am Donnerstag bis zu 36 Grad erreicht werden.

Hitzetage

Sechs Hitzetage – also Tage mit Temperaturen über 30 Grad – wurden im Juli an der Messstation des Wetterring Vorarlberg in Feldkirch-Nofels verzeichnet. Heuer seien damit bereits zwölf derartige Tage verzeichnet worden. Im langjährigen Trend zeige sich, dass in Nofels durchschnittlich alle drei Jahre ein Hitzetag mehr zu verzeichnen sei, heißt es seitens des Wetterrings.

Auch bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) berichtet von einer massiven Zunahme an Hitzetagen. In den letzten Jahrzehnten habe sich deren Zahl in Österreich verdoppelt oder sogar verdreifacht. Was früher noch ein Rekord gewesen sei, sei heute der Durchschnitt. So hat es laut Daten der Zamg in Bregenz zwischen 1961 und 1990 durchschnittlich drei Hitzetag pro Jahr gegeben. Zwischen 1991 und 2020 stieg dieser Wert auf neun an. Der bisherige Rekord wurde 2015 erreicht, als das Thermometer in der Landeshauptstadt an insgesamt 29 Tagen des Jahres über 30 Grad kletterte. Heuer lag der Wert am 21. Juli bereits bei zwölf Hitzetagen.

Umso wichtiger ist aus Sicht der Zamg-Experten der Klimaschutz. Denn bei einem weltweit ungebremsten Ausstoß von Treibhausgasen könnten bis zum Jahr 2100 Mittelwerte von 40 Hitzetagen und mehr pro Jahr die Normalität sein.

Die 30-Grad-Marke könnte in Vorarlberg auch am Freitag noch einmal geknackt werden. Allerdings nähere sich eine Kaltfront, welche sich am Vormittag bereits mit Schauern bemerkbar machen könne. Am Samstag und Sonntag sollen die Temperaturen dann deutlich zurückgehen. In Vorarlberg werden Höchstwerte von knapp über 20 Grad erwartet.

Unsicher

Eine ähnliche Prognose gibt es seitens des Wetterring Vorarl­berg. Es werden Eine ähnliche Prognose gibt es seitens des Wetterrings Vorarl­berg. Es werden Temperaturen von 30 Grad und mehr erwartet. Am Freitag könne es in Tallagen Höchstwerte von 32 bis 33 Grad geben. In 2000 Metern Seehöhe könnten immer noch bis zu 20 Grad erreicht werden. Die Entwicklung am Samstag ist laut Angaben der Vorarlberger Wetterexperten noch unsicher. Voraussichtlich werde es eher unbeständig mit Schauern und Gewittern sowie deutlich niedrigeren Temperaturen.