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Krankenhaus: So viele Betten sind gesperrt

04.08.2022 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sowohl in den Landeskrankenhäusern als auch im KH Dornbirn sind Betten gesperrt. <span class="copyright">apa/fohringer</span>
Sowohl in den Landeskrankenhäusern als auch im KH Dornbirn sind Betten gesperrt. apa/fohringer

Wegen Personalmangel sind rund neunzig Betten gesperrt.

In Tirol sind rund 15 Prozent der Krankenhausbetten, in der Stadt Schwaz sogar eine ganze Krankenhausstation, gesperrt. Grund dafür ist Personalmangel.

Auch in Vorarlberg sind Krankenhausbetten derzeit nicht in Betrieb: bei den Vorarl­berger Landeskrankenhäusern circa fünf Prozent oder knapp 80 von 1650 Betten. Die Ur­sache ist, wie in Tirol, mangelndes Personal.

Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft. <span class="copyright">hartinger</span>
Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft. hartinger

Die Krankenhäuser seien derzeit sehr gefordert, berichtet Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft: Die verfügbaren Betten seien gut gefüllt, die Ambulanzen von Bregenz bis Bludenz voll. Urlaubsbedingt hätten viele niedergelassene Praxen geschlossen, sodass die Spitäler erhöhten Zulauf verzeichnen würden. „Coronabedingte Krankenstände, unbesetzte Stellen und Abbau von Urlaub und Überstunden machen punktuell eine vorübergehende Anpassung von Leistungen in den Spitälern erforderlich. Dadurch kann die Akut- und Notfallversorgung jederzeit gewährleistet bleiben“, sagt Fleisch. Hauptsächlich bestehen diese Anpassungen in Verschiebungen von planbaren, nicht dringlichen Eingriffen. Aber eben auch aus kurzfristig geschlossenen Betten.

Jetzt müssen wir dafür Sorge tragen, dass unsere Mitarbeitenden auch etwas Entlastung erfahren.

Gerald Fleisch, Krankenhaus-Betriebsgesellschaft

Welche Maßnahmen gesetzt würden, werde jeweils in enger Abstimmung mit der betreffenden Abteilung und mit „viel Fingerspitzengefühl“, wie Fleisch sagt, festgelegt. Hat sich die Personalsituation erholt, werden die Betten wieder geöffnet. So steht am 16. August etwa die Öffnung der Geburtenstation in Bludenz an, die – auch wegen Personalmangels – für einen Monat geschlossen war (die NEUE berichtete).

Entlastung im Sommer

„Viele von unseren Mitarbeitenden haben seit Beginn der Pandemie ein enormes Arbeitspensum zu bewältigen, oft unter schwierigen Bedingungen“, sagt Fleisch. Zuletzt seien in der Omikron-Welle im Frühjahr unzählige Einsprungdienste notwendig gewesen, um den Betrieb trotz hoher Personalausfälle bestmöglich aufrechtzuerhalten. „Jetzt müssen wir dafür Sorge tragen, dass unsere Mitarbeitenden auch etwas Entlastung erfahren.“ Denn neben der Versorgung der Patienten stehe auch ihr Wohl im Mittelpunkt, so Fleisch. Aber auch der Fachkräftemangel sowie Umbau-Arbeiten in den Spitälern würden zur Personalknappheit beitragen. Fehlendes Personal gebe es grundsätzlich in allen Abteilungen. Fachkräfte würden derzeit aber besonders im Bereich der Pflege, der IT und der medizinisch-technischen Berufe fehlen. Im Sommer sei es üblicherweise besonders schwer, Mitarbeitende zu finden, sagt Fleisch.

Nicht dringliche Operationen können verschoben werden.<span class="copyright">mathis</span>
Nicht dringliche Operationen können verschoben werden.mathis

Am Krankenhaus der Stadt Dornbirn ist die Situation ähnlich wie in den vier Landeskrankenhäusern: Hier sind 4,6 Prozent der Betten oder 13 von 284 gesperrt. „Operationen werden derzeit nur ganz vereinzelt verschoben“, teilt Pressesprecher Stefan Kalkhofer mit. Hauptgrund für die Schließungen und Verschiebungen sei die Entlas­tung des Personals im Sommer.

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