Allgemein

Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen

15.08.2022 • 19:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fotografie "Masterpiece" von Paul Albert Leitner. <span class="copyright">Paul Albert Leitner.</span>
Fotografie "Masterpiece" von Paul Albert Leitner. Paul Albert Leitner.

In der Galerie Lisi Hämmerle trifft architektonische Fotografie auf skulpturale Elemente in „Conversation“.

Um die Beschaffenheit von Formen, Figuren und Kontrasten dreht sich die Ausstellung „Conversation“ von den Künstlern Paul Albert Leitner und Albert Weis. Dabei stehen ungewöhnliche räumliche Gebilde im Vordergrund, welche die Künstler in der Architektur, aber auch in kulturellen Werken finden und in ihre künstlerischen Arbeiten übertragen.

Fotografien von Paul Albert Leitner in der Galerie Lisi Hämmerle. <span class="copyright">Sieglinde Wöhrer</span>
Fotografien von Paul Albert Leitner in der Galerie Lisi Hämmerle. Sieglinde Wöhrer

Leitners Fotografien sind geprägt von Oberflächenkonstrukten und den speziellen Momenten, wenn der Schatten sich zur richtigen Tageszeit in die architektonischen Landschaften einfügt. Bekannt ist der 1957 in Jenbach geborene Leitner auch für seine Selbstportraits, die ihn als Figur in die ihn umgebende Landschaft eingliedern. Seine auf Form und Kontrast reduzierten Fotos in der Galerie von Lisi Hämmerle fokussieren die architektonischen Gegebenheiten von Gebäudefassaden aus der ganzen Welt wie beispielsweise das skulpturale Dach des Tempodroms in Berlin, die goldfarbenen Aluminiumplatten der Berliner Philharmonie, die spektakulär vertiefte und gewellte Fassade des Solimar Building in Kuba, aber auch das Vorarlberg Museum in Bregenz, dessen Fassade von Abgüssen von PET-Flaschenböden gekennzeichnet ist.

Skulptur "parts" in der Galerie Lisi Hämmerle   <span class="copyright">Sieglinde Wöhrer</span>
Skulptur "parts" in der Galerie Lisi Hämmerle Sieglinde Wöhrer

Albert Weis setzt sich in seinen Arbeiten mit kulturellen, historischen und architektonischen Situationen und der alltäglichen Wahrnehmung auseinander und erschafft daraus skulpturale Elemente. Mit „Transformations“ demonstriert er die verschiedenfarbigen Spiegelungen des Lichts, die je nach Blickwinkel andere Farbreflexionen eröffnen.
Mit seinen nach dem goldenen Schnitt gefalteten Lochblechen erkundet er die Idealvorstellungen der Moderne und die durch die Faltung entstehende tiefenräumliche Wirkung. Doch am deutlichsten sticht die in pinkem Neonlicht leuchtende Skulptur „parts“ hervor. Damit bezieht sich Weis auf den Polyeder in „Melencolia I“ von 1514, einen der drei Meisterstiche von Albrecht Dürer, auf dem ein steinerner Oktaeder zu sehen ist, der die Freude des Künstlers an ungewöhnlichen geometrischen Formen zeigen soll. Für die Skulptur wurden die Umrisslinien dupliziert, gefaltet und geteilt und die aus Aluminium bestehenden Linien mit schmalen Neonröhren umfasst. Inspiriert von Albrecht Dürers rätselhafter „Melencolia I“ entstand auch die Musiktheaterproduktion „Melencolia“ der Bregenzer Festspiele, die am Donnerstag uraufgeführt wird.

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