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Fremdes Paket in Mülleimer geworfen

22.08.2022 • 19:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Paket war nicht an den Angeklagten adressiert. <span class="copyright">Symbolbild/APa/Punz</span>
Das Paket war nicht an den Angeklagten adressiert. Symbolbild/APa/Punz

Berufungsverhandlung ging am Montag am Landesgericht über die Bühne.

Ein fremdes Paket hat der Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen im September 2021 im Bezirk Bludenz in einen Abfalleimer geworfen. Das trug ihm einen Schuldspruch wegen dauernder Sachentziehung ein. Dafür wurde der mit vier einschlägigen Vorstrafen belastete Angeklagte in erster Instanz am Bezirksgericht Bludenz zu einer Geldstrafe von 1000 Euro (250 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Rechtskräftig

In der Berufungsverhandlung am Montag am Landesgericht Feldkirch wurde die Geldstrafe um 280 Euro verringert. Der Berufungssenat setzte die Strafe mit 720 Euro (180 Tagessätze à 4 Euro) fest. Das Urteil ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre sechs Monate Gefängnis oder eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen gewesen.

Reumütiges Geständnis

„Die Strafe am Bezirksgericht ist etwas zu hoch ausgefallen“, sagte Landesgerichtspräsidentin Angelika Prechtl-Marte als Vorsitzende des Berufungssenats. In zweiter Instanz wurde der Strafberufung des Angeklagten teilweise Folge gegeben. Mildernd gewertet wurden das reumütige Geständnis, die erfolgte Wiedergutmachung des Schadens und die Persönlichkeit des psychisch kranken Angeklagten. Erschwerend wirkten sich die Vorstrafen aus.

Empfänger nicht gekannt

Der Angeklagte sagte in der Berufungsverhandlung, er sei nicht schuldig, und beantragte einen Freispruch. Er habe in seinem Briefkasten einen gelben Zettel ohne Empfängernamen über ein bei der Post hinterlegtes Paket gefunden. Beim Abholen bei der Postfiliale habe er festgestellt, dass er das Paket nicht bestellt habe. Deshalb habe er das Paket beim Mülleimer neben den Paketboxen abgestellt. Den auf dem Paket angegebenen Empfänger habe er nicht gekannt.

Im Paket eines Online-Händlers befand sich Zubehör für einen Staubsauger zum Preis von 23,14 Euro. Schon bei der Polizei hat der Beschuldigte den Kaufpreis bezahlt. Das von ihm entsorgte Paket ist nie beim rechtmäßigen Empfänger angekommen.

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