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Erneut Haftstrafen für jugendliche Zwillinge

24.08.2022 • 20:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die zwei 15-Jährigen waren schon mehrmals im Gefängnis. <span class="copyright">Symbolbild/Archiv</span>
Die zwei 15-Jährigen waren schon mehrmals im Gefängnis. Symbolbild/Archiv

Die Brüder sitzen seit Ende Juli gemeinsam in Untersuchungshaft und standen nun vor Gericht.

Zwei mehrfach vorbestrafte 15-jährige Brüder wurden am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch in verschiedenen Strafprozessen wiederum zu Haftstrafen verurteilt. Keines der Urteile, mit denen die Angeklagten einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die Zwillinge befinden sich seit Ende Juli in der Justizanstalt Feldkirch in Untersuchungshaft, in derselben Gefängniszelle.

Gesamtstrafe 19 Monate

Zuerst wurde am Mittwoch über den einen 15-Jährigen aus dem Bezirk Feldkirch wegen Erpressung, versuchter Erpressung und Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten verhängt. Hinzu kommen neun Haftmonate aus einer Vorstrafe, die im Vorjahr ursprünglich bedingt gewährt worden war. Damit beläuft sich die Gesamtstrafe auf 19 Monate Gefängnis. Der Strafrahmen für den Jugendlichen betrug null bis zweieinhalb Jahre Haft.

Der geständige 15-Jährige hatte im Juli einem Zwölfjährigen und einem 14-Jährigen mit Gewalt und unter Androhung von Gewalt 35 Euro, ein Klappmesser und Kopfhörer abgenötigt und von ihnen noch mehr Geld zu erpressen versucht. Der Arbeitslose hat den beiden Opfern als Schadenersatz noch 225 Euro zu bezahlen. Noch nicht geurteilt wurde am Mittwoch über die Körperverletzung, die der Jugendliche seiner Ex-Freundin zugefügt haben soll.

Vorstrafe widerrufen

In der nächsten Hauptverhandlung im Saal 106 verurteilte Richard Gschwenter am Mittwoch den anderen arbeitslosen 15-Jährigen wegen Diebstahls und versuchten Einbruchsdiebstahls ebenfalls zu zehn Monaten Gefängnis. Auch bei ihm wurde eine bedingte Vorstrafe widerrufen, im Ausmaß von zwölf Haftmonaten. Somit macht die Gesamtstrafe 22 Monate Gefängnis aus. Die mögliche Höchststrafe wäre zweieinhalb Jahre Haft gewesen.

Therapie statt Strafe

Verteidiger Stefan Hämmerle beantragte Therapie statt Strafe, weil sein nach Marihuana süchtiger Mandant die Taten zur Drogenfinanzierung begangen habe. Nun wird ein Drogengutachten eingeholt.

Schon mehrmals im Gefängnis

Der junge Österreicher ausländischer Herkunft hatte im Juli in einer Wohnung einer Frau im Bezirk Feldkirch zwei Uhren und ein Parfum gestohlen. Die Uhren wurden sichergestellt und der Frau inzwischen zurückgegeben.
Die Zwillingsbrüder waren schon mehrmals im Gefängnis. In der Vergangenheit hatten sie gemeinsam Straftaten begangen. Der Angeklagte in der ersten Verhandlung sagte am Mittwoch, er gehe inzwischen zu seinem Zwillingsbruder auf Distanz, wegen des schlechten Einflusses.