Allgemein

Pensionistin bedrohte achtjähriges Kind

29.08.2022 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wertete den Vorfall als Vergehen der gefährlichen Drohung.<span class="copyright">(c) hartinger</span>
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wertete den Vorfall als Vergehen der gefährlichen Drohung.(c) hartinger

73-Jähriger fühlte sich durch Lärm gestört und zeigte Halsabschneidergeste.

Dem 73-jährigen Angeklagten wurde im Strafantrag vorgeworfen, er habe am 15. Juni im Bezirk Bludenz einen achtjährigen Buben gefährlich bedroht. Demnach soll der Pensionist dem Nachbarskind in der Wohnsiedlung die sogenannte Halsabschneidergeste gezeigt haben. Indem der Angeklagte einen Finger waagrecht über seine eigene Kehle gezogen habe. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wertete den Vorfall als Vergehen der gefährlichen Drohung, mit der Androhung einer Körperverletzung.

Kein Eintrag ins Strafregister

Der Angeklagte bekannte sich am Montag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch letztlich doch noch schuldig. Richter Martin Mitteregger gewährte dem unbescholtenen 73-Jährigen mit der monatlichen Pension von 1200 Euro daraufhin eine Diversion. Wenn er dem Gericht innerhalb der nächsten sechs Monate als Geldbuße 500 Euro bezahlt, wird das Strafverfahren gegen ihn ohne Eintrag ins Strafregister eingestellt werden. Damit würde ihm eine drohende Verurteilung und eine Vorstrafe erspart bleiben.

Der Angeklagte und Staatsanwalt Simon Mathis waren mit der diversionellen Erledigung einverstanden. Der Achtjährige musste vor Gericht nicht mehr als Zeuge aussagen.

Mehrere Provokationen

Der Angeklagte sagte, ihn habe der Lärm gestört, den der Bub in der Wohnanlage des Öfteren verursacht habe. So habe das Kind dort verbotenerweise Fußball gespielt. Der Achtjährige habe ihn mehrmals provoziert. Deshalb habe er am Vorfallstag die Nerven verloren und sich zu der Halsabschneidergeste hinreißen lassen.

Zunächst gab der Angeklagte in der Gerichtsverhandlung an, er habe die Halsabschneidergeste vor dem Buben nur im Spaß gemacht. Er habe es damit nicht ernst gemeint. „Wollten Sie, dass der Bub lacht?“, fragte Richter Martin Mitteregger den Angeklagten. Nein, antwortete der Angeklagte, er habe erreichen wollen, dass das Kind keinen Lärm mehr macht.

Bis zu einem Jahr Gefängnis

Für das angeklagte Vergehen der gefährlichen Drohung mit der Zufügung einer Körperverletzung sieht Paragraf 107 Absatz 1 des Strafgesetzbuches null bis ein Jahr Gefängnis vor. Richter Mitteregger merkte an, wenn ein Erwachsener einen Minderjährigen bedrohe, sei gesetzlich eine Mindeststrafe von zwei Monaten Haft vorgesehen. Somit hätte der Strafrahmen zwei bis zwölf Monate Haft betragen. Der Strafrichter hielt jedoch eine Verurteilung des 73-jährigen Angeklagten nicht für notwendig, um ihn vor weiteren Straftaten abzuhalten.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.