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Trotz Infektion mit Nachbar gestritten

29.08.2022 • 19:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Geldstrafe für Vorbestraften, der Quarantäne miss­achtete.

Der 32-Jährige erhielt am 19. April am Vormittag das positive Ergebnis seines PCR-Tests und am Nachmittag den Absonderungsbescheid der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn. Trotzdem verließ der mit dem Coronavirus Infizierte am Abend jenes Tages seine Wohnung und hatte dabei unmittelbaren Kontakt mit einem Nachbarn und mehreren Polizisten.

Das trug dem Angeklagten am Montag am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten ein. Dafür wurde der mit fünf Vorstrafen belastete Arbeiter zu einer Geldstrafe von 4860 Euro (540 Tagessätze zu je 9 Euro) verurteilt. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht neun Monaten Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte meldete volle Berufung an, Staatsanwältin Karin Dragosits Strafberufung. Nun wird in zweiter Instanz das Oberlandesgericht Innsbruck rechtskräftig entscheiden.

Der infizierte Angeklagte ging nach den gerichtlichen Feststellungen im Streit mit einem Nachbarn auf den Vorplatz der Wohnanlage im Bezirk Dornbirn. Zudem ließ sich der in der Türkei geborene Österreicher auf dem Parkplatz von einschreitenden Polizisten befragen. Dadurch habe der Coronainfizierte den Nachbarn und die Beamten gefährdet, sagte Richterin Silke Sandholzer.

Im Eifer des Gefechts

Der Angeklagte beantragte einen Freispruch. Der Familienvater sagte vor Gericht, er habe im Eifer des Gefechts seine Infektion vergessen. Denn sein tschetschenischer Nachbar, den er eines Raddiebstahls verdächtigt habe, habe gegen seine Wohnungstür geschlagen. Obwohl er krank im Bett gelegen sei, habe er im Streit mit seinen Nachbarn die Wohnanlage verlassen.

Die Richterin merkte an, mildernd habe sich ausgewirkt, dass es mittlerweile nicht mehr verboten sei, sich trotz einer Coronainfektion in der Öffentlichkeit aufzuhalten.

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