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Weitere Erdbeben sind möglich

02.09.2022 • 14:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Epizentrum lag im Grenzraum zwischen Feldkirch und Liechtenstein.<span class="copyright"> hartinger</span>
Das Epizentrum lag im Grenzraum zwischen Feldkirch und Liechtenstein. hartinger

Am Freitag kam es im Oberland zu einem Nachbeben der Stärke 2,6. Es könnte nicht das letzte gewesen sein.

Fünf Fragen und Antworten zur aktuellen Geodynamik:

1. Wie wahrscheinlich sind weitere Nachbeben?

Bei einem Erdbebeneben mit der Magnitude 4,1 auf der Richterskala, wie es am Donnerstag gemessen wurde, sind laut Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Nachbeben üblich. Dass bisher nur eines gemessen wurde, sei sogar die Ausnahme. Bei Beben dieser Stärke könne es bis zu 30 Nachbeben geben. Darunter könnte auch eines mit höherer Magnitude als das Hauptbeben sein.

2. Wie lange muss mit Nachbeben gerechnet werden?

Der Erdbebendienst gibt die zeitliche Phase, in der nach einem solchen Hauptbeben mit Nachbeben zu rechnen ist, mit 14 Tagen an.

3. Hat es Schäden gegeben?

Der ZAMG wurden nach dem Hauptbeben eine Hand voll Haarrisse an Gebäuden in Vorarl­berg gemeldet. Man könne die Angaben aber nicht vor Ort überprüfen. Generell habe das Beben vor allem zu Schrecksekunden bei der betroffenen Bevölkerung geführt, die sich teilweise auch aus den Häusern geflüchtet habe. Nach dem Nachbeben vom Freitag seien bisher keine Schäden gemeldet worden, heißt es vom staatlichen Erdbebendienst.

4. Was sind die Ursachen für die drei Beben?

Die Ursache für die bisherigen drei Erdbeben, ein Vor-, ein Haupt- und ein Nachbeben, wird in einer lokalen geologischen Störung vermutet. Der Erdbebendienst der ZAMG verortet diese im Rheintal, wo sie in Nord-Süd-Richtung verläuft. Direkt nachweisen lässt sich die Störung bisher nicht, weil sie nicht an die Oberfläche tritt. In ihr bauen sich Spannungen auf, die sich durch die Erdbeben entladen. Den größeren Hintergrund bildet die fortgesetzte Auffaltung der Alpen. Diese wachsen weiter an, weil die afrikanische auf die eurasische Erdplatte drückt. Die Westalpen wachsen dadurch etwa acht Zentimeter in hundert Jahren. Die Ostalpen schrumpfen hingegen, weil die Erosion hier den Zuwachs durch die Auffaltung übersteigt.

5. Wie stark waren die Beben im Vergleich?

Während Vor- und Nachbeben als extrem leichte Erdbeben eingestuft wurden, gilt das Hauptbeben als leichtes Beben. Erschütterungen solchen Ausmaßes kommen weltweit pro Tag etwa 35-mal vor. Als Folge können sich Gegenstände im Raum verschieben oder leichte Schäden an Gebäuden auftreten. Die Werte der Richterskala steigen exponentiell. Ein Beben der Stufe fünf wäre somit zehnmal stärker als eines mit der Magnitude vier.

Die bisherigen beben

Donnerstag:

Um 13.57 Uhr ereignete sich im Raum Feldkirch/Liechtenstein ein Vorbeben mit einer Magnitude von 2,1 auf der Richterskala, dem kurz darauf das Hauptbeben mit der Stärke von 4,1 folgte.

Freitag:

Das Nachbeben mit einer Magnitude von 2,6 auf der Richterskala wurde vom Erdbebendienst der ZAMG um 6.44 Uhr registriert. Das Epizentrum lag erneut im Raum Feldkirch/Liechtenstein.

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