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Wie alt darf ein Bundespräsident sein?

04.09.2022 • 12:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
ANGELOBUNG DER NEUEN VOLKSANWAeLTE: ROSENKRANZ / VAN DER BELLEN
ANGELOBUNG DER NEUEN VOLKSANWAeLTE: ROSENKRANZ / VAN DER BELLEN APA/HERBERT NEUBAUER

Die FPÖ will über Altersgrenzen für Bundespräsidenten diskutieren.

Die FPÖ will über Altersgrenzen für Bundespräsidenten diskutieren. Sie tut das, weil sie die Altersdifferenz zwischen ihrem Kandidaten Walter Rosenkranz – er ist 60 – zu dem 78-jährigen Alexander Van der Bellen betonen will. Sie insinuiert, Van der Bellen sei zu alt für das Amt, indem sie eine Obergrenze für Präsidentschaftskandidaten vorschlägt.

Die Diskussion ist unnötig. Bei einer Direktwahl wie jener zur Bundespräsidentschaft kann jede Wählerin, jeder Wähler entscheiden, ob ihnen der Kandidat bzw. die Kandidatin zu alt ist – ein Limit, das Seniorinnen und Senioren aussortiert, braucht es daher nicht.

Das gilt übrigens auch in die andere Richtung: Dass man erst ab 35 für die Hofburg kandidieren darf, während jedes andere Amt der Republik ab Volljährigkeit offen steht, ist ein historisches Relikt, für das es kaum noch Argumente gibt.

Wenn die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger einen 19-Jährigen Präsidenten wählen würde, spricht genausowenig dagegen wie gegen eine 90-Jährige. Das zu entscheiden, ist dem Volk zumutbar.

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