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Lieferstopp lässt Gaspreis explodieren

05.09.2022 • 12:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lieferstopp lässt Gaspreis explodieren
Russischer Lieferstopp wirkt sich massiv auf Gaspreise aus.(c) apa/afp/odd andersen

OMV bekommt derzeit rund 70 Prozent weniger Gas als bestellt.

Der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas, der als richtungsweisend für Gaspreise in Europa angesehen wird, war Ende August zunächst deutlich in die Höhe gegangen. Danach ging es allerdings ebenso steil bergab auf wieder etwas über 200 Euro. Die letzte Preiserhebung vor dem Wochenende datiert allerdings auf 15.59 Uhr am Freitag, also noch vor der Gazprom-Mitteilung zur weiteren Unterbrechung der Gasversorgung.

Zu Wochenbeginn zeigte der Gaspreis nun wieder steil nach oben und erreichte am Montagmorgen mit einem Anstieg von rund 30 Prozent 272 Euro je Megawattstunde.

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OMV bekommt rund 70 Prozent weniger Gas als bestellt

In Österreich kommt nach dem erneuten Stopp russischer Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 nun wieder etwas weniger Gas an. “Wir erhalten derzeit rund 30 Prozent der nominierten Mengen am Knoten Baumgarten”, sagte ein Sprecher des Wiener Öl- und Gaskonzerns OMV am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Vor der Wartung der wichtigen Ostsee-Pipeline waren es etwa 40 Prozent der bestellten Mengen. Moskau weist die Schuld an dem Lieferstopp dem Westen zu.

Nach einer dreitägigen Wartung von Nord Stream 1 vergangene Woche hat die Gazprom die Lieferungen nicht mehr aufgenommen. Begründet wurde das mit einem technischen Defekt in der Kompressorstation Portowaja. Bis dieser behoben sei, könne kein Gas mehr fließen. Im Westen wurden Zweifel an dieser Version geäußert und ein politischer Hintergrund für den Lieferstopp vermutet.

Moskau: Westen Schuld an Lieferstopp

Der Kreml hat die Schuld für die Einstellung der Gaslieferungen über Nord Stream 1 dagegen von sich gewiesen und den Westen dafür verantwortlich gemacht. “Wir sehen endlose Versuche, die Verantwortung für das Geschehen irgendwie auf uns abzuwälzen, wir weisen diese Versuche kategorisch zurück und bestehen darauf, dass der kollektive Westen – in dem Fall die EU, Kanada und Großbritannien – daran Schuld hat, dass die Situation am jetzigen Punkt angekommen ist”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Montag.

Das sei keine “haltlose” Behauptung, betonte Peskow. Die Aussage beruhe auf konkreten Fakten zu den Turbinen, ihrer Reparatur und ihrem Transport, so der Kremlsprecher. Er hoffe, dass die letzte verbliebene Turbine in der Kompressorstation Portowaja sich irgendwie reparieren lasse, sagte Peskow.

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