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Zu Schulbeginn wird stärker kontrolliert

06.09.2022 • 20:45 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Hartinger

Exekutive informiert über den nahenden Schulanfang und gibt Tipps.

In der kommenden Woche beginnt für zahlreiche Kinder und Jugendliche in Vorarl­berg wieder der Kindergarten oder die Schule. Die Verantwortlichen der Vorarlberger Polizei haben diesbezüglich angekündigt, dass zu Schulbeginn im Bereich von Kindergärten und Bildungseinrichtungen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden – sowohl in Uniform als auch im Rahmen der zivilen Verkehrsüberwachung. Ebenso werde auch darauf geachtet, dass die Bestimmungen zur Beförderung von Kindern und die Gurtpflicht eingehalten werden. Auch das Verbot des Telefonierens ohne Freisprecheinrichtung wird kontrolliert.

Kommende Woche beginnt in Vorarlberg wieder die Schule. <span class="copyright">Hartinger</span>
Kommende Woche beginnt in Vorarlberg wieder die Schule. Hartinger

Die Verantwortlichen der Exekutive appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, besonders zu Schulbeginn „ein noch größeres Ausmaß an Vorsicht, vorausschauendem Denken und Rücksichtnahme für unsere Kinder an den Tag zu legen und sich ihrer Vorbildwirkung für Kinder und Jugendliche bewusst zu sein“. Denn gerade die Sicherheit auf Schulwegen habe eine besondere Bedeutung. Gemäß Zahlen des Verkehrsclubs Österreich wurden in Vorarlberg zwischen 2019 und 2021 insgesamt 81 Mädchen und Buben im Alter von 6 bis 14 Jahren bei Verkehrsunfällen auf dem Schulweg verletzt. Die Experten der Polizei geben anlässlich des Schulbeginns zehn Tipps für einen sicheren Schulweg:

1. Schulwegtraining. Gemeinsam mit den Kindern sollte der sicherste Weg zur Schule festgelegt und auch intensiv trainiert werden. Zu diesem Zweck sollte die Strecke gemeinsam mit dem Nachwuchs öfter abgegangen werden. Eltern sollten beobachten, welche Schwierigkeiten das Kind mit dem Weg hat und gerade die problematischen Stellen gut einüben. Der Schulweg sollte dabei sowohl morgens als auch mittags abgegangen werden, sodass die gleichen Verkehrsbedingungen wie beim tatsächlichen Gang zur und von der Schule herrschen. Daher ist für das Training auch das Wochenende eher nicht geeignet. Als Faustregel gilt laut Exekutive: Einen leichten, kurzen Weg sollte man mindes­tens drei- bis vier Mal und einen langen Weg an min­destens zehn verschiedenen Tagen abgehen.

2. Perspektive. Empfehlenswert ist es für Eltern auch, an Gefahrenstellen in die Hocke zu gehen und diese den Kindern aus dieser Perspektive zu erklären. Denn so können die Erwachsenen die Situation aus der Kinderperspektive erleben.

3. Sicher überqueren. Muss auf dem Schulweg die Fahrbahn überquert werden, sollte dies an möglichst sicheren Stellen passieren, selbst wenn dafür ein Umweg eingeplant werden muss. Nicht geeignet sind Stellen zwischen parkenden Autos, mit Sträuchern oder vor Kurven und Kuppen. Viel besser sind Überwege mit Ampelregelung, Mittelinsel und Sicherung durch die Exekutive oder Schülerlotsen.

4. Ampeln. Auch wenn diese grün sind, sollte vor dem Überqueren der Straße nach links und rechts geschaut sowie auf möglicherweise abbiegende Fahrzeuge geachtet werden. Da Kinder nur schwer über längere Zeit stillhalten können, sollten Eltern ihnen gerade bei Druckknopfampeln vor Augen führen, dass diese zeitverzögert arbeiten und tatsächlich funktionieren.

5. Zebrastreifen. Trotz der Bezeichnung Schutzweg bieten Zebrastreifen keinen wirklichen Schutz. Denn viele Unfälle auf dem Schulweg würden an Schutzwegen passieren, heißt es seitens der Polizei. Umso wichtiger sei es, die Benutzung mit den Kindern intensiv zu üben. Wichtig sei, dass die Mädchen und Buben erst über die Straße gehen, wenn die Fahrbahn frei ist oder alle Fahrzeuge angehalten haben.

6. Kein Stress. Dem Nachwuchs sollte genügend Zeit für den Schulweg gegeben werden. Dazu gehört es, am Morgen rechtzeitig aufzustehen. Ebenso sollte für den Heimweg kein zu knappes Zeitlimit gesetzt werden. Denn wenn Kinder versuchten, vertrödelte Zeit aufzuholen, seien sie besonders unaufmerksam.

7. Sichtbarkeit. Mehr Sicherheit auf dem Schulweg kann auch die richtige Kleidung geben – vor allem wenn es morgens und abends dunkel ist. Helle Kleidung mit reflektierenden Materialien macht Kinder besser sichtbar.

8. Nicht vertrauen. Kinder sollten darauf hingewiesen werden, Fremden nicht zu vertrauen. Das heißt, dass sie nicht mit unbekannten Personen mitgehen sollten. Ebenfalls tabu ist es, in fremde Autos einzusteigen oder Geschenke von Fremden anzunehmen. Auch einsame Wege und Plätze sollten gemieden werden, selbst wenn dafür ein Umweg in Kauf genommen werden muss. Nicht zuletzt sollten Kinder Fremden auch keine Auskunft über die Familienangelegenheiten geben.

9. Nur im Notfall. Mit dem Auto sollten Kinder nur in Ausnahmefällen zur Schule gebracht beziehungsweise abgeholt werden, rät die Exekutive. Mädchen und Buben, welche regelmäßig mit dem Auto zur und von der Schule chauffiert werden, lernen nicht mehr, mit den Gefahren im Straßenverkehr umzugehen. Ebenso komme es vor Schulen und Kindergärten immer wieder zu gefährlichen Situation durch Halte- oder Wendemanöver von Fahrzeugen. Wird ein Kind von der Schule abgeholt, sollte zudem nie auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf den Nachwuchs gewartet werden. Es bestehe die Gefahr, dass das Kind dann ohne zu schauen auf die andere Straßenseite laufe.

10. Beratung. Die Exekutive steht auch mit Rat und Tat zur Seite. So wird bei der praktischen Unterweisung von Mädchen und Buben in der ersten, zweiten und dritten Schulstufe mitgearbeitet. Eine wichtige Rolle nimmt dabei die Gestaltung und Durchführung von Elternabenden ein. In diesen wird vermittelt, wie etwa verkehrssicheres Verhalten bereits im Kindesalter erlernt werden kann. Das Hauptaugenmerk liegt im richtigen Verhalten als Fußgänger, Rollerfahrer und Mitfahrer. Dazu veranstaltet die Exekutive Lehrausgänge, bei denen verkehrssicheres Verhalten zuerst in Verkehrsgärten und dann vorzugsweise im Schulumfeld trainiert wird.

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