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Erfolgreich in der „Grünen Mark“

10.09.2022 • 23:21 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Daniela Huber-Peter <span class="copyright">Claudia Plattner/Träumerherzfotografie</span>
Daniela Huber-Peter Claudia Plattner/Träumerherzfotografie

Die gebürtige Vorarlbergerin Daniela Huber-Peter ist Unternehmerin in Graz.

Daniela Huber-Peter war in der „Kleinen Zeitung“ bereits „Steirerin des Tages“. Bei den heurigen Awards des Magazins „Die Steirerin“ wurde sie in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ zur Siegerin gekürt. „Das freut mich, und es ist eine große Ehre, aber ich werde immer Vorarlbergerin bleiben“, sagt sie und lacht. In Koblach ist die 36-Jährige aufgewachsen, zum Studium nach Graz gegangen und dort dann der Liebe wegen sesshaft geworden. Mittlerweile lebt sie mit Ehemann Andreas sowie den beiden Kindern Matheo und Felia im eigenen Häuschen in der steirischen Landeshauptstadt, betreibt ein eigenes Unternehmen und hat bald auch einen eigenen kleinen Laden.

Handgemachte Baby- und Kinderartikel in Bioqualität bietet die Wahl-Steirerin bei "Mafee" an. <span class="copyright">Mafee</span>
Handgemachte Baby- und Kinderartikel in Bioqualität bietet die Wahl-Steirerin bei "Mafee" an. Mafee

„Mafee“ nennt sich die Marke, unter welcher die Wahl-Steirerin handgemachte Baby- und Kinderartikel anbietet. „Mein drittes Baby“ nennt die zweifache Mutter ihr Unternehmen liebevoll. Dabei war bei der Gründung ihrer Firma im Jahr 2019 eine ordentliche Portion Wut mit im Bauch. Denn eigentlich wollte Daniela nach der Karenz wieder in ihren Beruf als AHS-Lehrerin einsteigen. Dutzende Bewerbungen schickte sie aus, doch keine davon war erfolgreich: „Im Gegensatz zu Vorarlberg gibt es in der Steiermark keinen Lehrermangel, und scheinbar wollte niemand eine zweifache Mutter einstellen.“ Als eines Tages wieder einmal etliche Absagen eingegangen waren, führte der Weg die gebürtige Vorarlbergerin zufällig am Gebäude der Wirtschaftskammer vorbei. Wütend über die Absagen, stellte die Bald-Unternehmerin ihr Auto ab und marschierte schnurstracks in das Gebäude, um ein Gewerbe anzumelden. „Ich hatte einfach die Nase voll“, erinnert sie sich. Den Gedanken, ihr Hobby – das Nähen – zum Beruf zu machen, hatte die Wahl-Steirerin schon länger und setzte ihn auf diese Weise um.

Leidenschaft wiederentdeckt

2017 hatte sie die Liebe zur Arbeit mit Stoffen und anderen Materialien wieder entdeckt. Denn schon in jüngeren Jahren hatte das Nähen eine wichtige Rolle gespielt. So war die Uroma der 36-Jährigen Schneidermeisterin. Ihr Vater hatte beruflich ebenfalls mit Textilien zu tun. Sie selbst hat die HLW absolviert und dort immer gerne genäht. Komplikationen während ihrer zweiten Schwangerschaft ließen diese Leidenschaft dann wieder aufflammen. „Ich musste lange Zeit im Krankenhaus verbringen“, erinnert sich die zweifache Mutter. Erst musste sie die ganze Zeit im Bett liegen, später durfte sie zwei Stunden pro Tag aufstehen. Bei der Frage, wie sie diese Zeit verbringen will, erinnerte sich die gebürtige Vorarlbergerin an die Leidenschaft aus früheren Jahren: „Ich habe meinem Mann dann beauftragt, dass er mir eine Nähmaschine ins Krankenhaus bringt.“ Im Aufenthaltsraum der Station durfte diese aufgestellt werden, und von ihrem Gatten wurde Daniela mit den benötigten Materialien versorgt. „Während der Zeit im Spital habe ich dann für meine Tochter die gesamte Garderobe bis zum zweiten Lebensjahr genäht“, erzählt die 36-Jährige und lacht. Und auch nach der Zeit im Krankenhaus und der erfolgreichen Geburt kühlte die Liebe zum Nähen nicht ab.

Herkunft der Materialien

So kam es, dass aus dem Hobby schließlich 2019 der neue Beruf der Jungunternehmerin wurde. Sie fertigt Baby- und Kinderkleidung, Spielzeug, Schultüten und allerlei andere nützliche Accessoires für den Nachwuchs sowie Mamas an. Der Kniff an den Produkten von „Mafee“ ist, dass Daniela großen Wert auf Nachhaltigkeit und Bioqualität legt. So wird beispielsweise Bio-Baumwolle nach dem „Global Organic Textile Standard“ (GOTS) verwendet. Um dessen Anforderungen zu genügen, müssen einerseits die verwendeten Rohstoffe gewisse Kriterien erfüllen, aber es müssen auch soziale Mindeststandards bei der Herstellung eingehalten werden. Das Leder, das die Grazerin für Babypatschen verwendet, ist pflanzlich gegerbt und stammt von einem Betrieb im benachbarten Allgäu. Die Unternehmerin legt Wert darauf, genau über die Herkunft ihrer Rohmaterialien Bescheid zu wissen, und hat sich beispielsweise bei ihrem Lederlieferanten vor Ort über dessen Arbeitsweise informiert. „Interessant ist, dass gerade in Vorarlberg und Süddeutschland sehr viele Betriebe sind, die für mich passende Produkte herstellen“, sagt die Wahl-Steirerin. Mit „Mafee“ möchte sie das Bewusstsein dafür stärken, dass es nicht nur darauf ankommt, dass Produkte „handgemacht“ sind, sondern dass es auch eine wichtige Rolle spielt, woher die Rohmaterialien kommen und wie diese hergestellt wurden.

Am Erfolg teilhaben

Die Auszeichnung durch „Die Steirerin“ und der wirtschaftliche Erfolg ihres Unternehmens sind für die 36-Jährige eine Bestätigung dafür, dass ihr Tun richtig ist. Mittlerweile hat sie sogar eine Mitarbeiterin eingestellt. „Wobei ich eher sagen würde, es ist eine gute Freundin statt einer Mitarbeiterin“, meint die Unternehmerin. Sie freut sich darüber, nicht mehr als Einzelkämpferin tätig sein zu müssen, sondern sich die beruflichen Aufgaben teilen zu können und ihre Kollegin am unternehmerischen Erfolg teilhaben zu lassen. Denn auch diesbezüglich steht bei der gebürtigen Vorarlbergerin die Nachhaltigkeit im Vordergrund: „Ich muss nicht reich werden, sondern ich will so viel verdienen, dass wir davon leben können.“

Mit dem Award für Nachhaltigkeit des Magazins „Die Steirerin“ wurde Daniela Huber-Peter ausgezeichnet.<span class="copyright"> Thomas Luef</span>
Mit dem Award für Nachhaltigkeit des Magazins „Die Steirerin“ wurde Daniela Huber-Peter ausgezeichnet. Thomas Luef

Das heißt jedoch nicht, dass sie ihr Unternehmen nicht weiterentwickelt. Schon Ende Oktober steht der nächste wichtige Schritt bevor. Im Erdgeschoss des familieneigenen Wohnhauses wird dann der neue „Mafee“-Concept-Store eröffnet. Die Planungen und die Umsetzung sind derzeit voll im Gange. Eines ist für die kreative Unternehmerin sicher: Es soll kein Laden werden wie jeder andere. Genügend Ideen, damit dies gelingt, hat sie auf jeden Fall.

Weitere Informationen zu „Mafee“ auf https://www.mafee.at/

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