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Den Boden gesund halten

11.09.2022 • 14:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Die Gründüngung ermöglicht dem Boden nicht nur einen guten Start ins nächste Jahr, sondern verhindert auch Erosion.LWK (5)

Boden ist die Basis für eine gesunde Nahrungsmittelproduktion.

Allein dadurch ist ein schonender Umgang mit dem Boden oberstes Gebot jedes Gemüsebauern. Das beginnt bei der Bestellung der Flächen und bedingt schonende Pflegemaßnahmen und natürlich auch eine bodenschonende Ernte. Zwar herrschen witterungsbedingt nicht immer optimale Voraussetzungen. Eingegangene Kompromisse bei der Bearbeitung rächen sich immer und mindern die Bodengesundheit. Das gilt im Ackerbau gleichermaßen wie im Hausgarten. Nur die verwendeten Geräte sind andere.

Wie können wir die Fruchtbarkeit im Boden erhalten?

Einmal durch Zufuhr organischer Masse. Strohreicher Pferde- oder Rindermist sind ideal. Alle zwei Jahre etwa zehn Liter pro Quadratmeter ausbringen, und schon hat man eine gute Grundversorgung. Alternativ dazu ist auch Kompost geeignet. Gerade im Herbst fallen große Mengen von Grünmasse, Laub und Ernteresten an. Diese Rohstoffe können von jedem Gartenbesitzer hervorragend kompostiert werden. Wichtig dabei ist es, Mineralien in Form von Erde oder Steinmehl beizufügen. Mehrfaches Umschichten des Materials fördert die Umwandlung der Materialen in einen wertvollen Dünger. Man erhält eine krümelige Komposterde, die jeden Boden belebt. Auch wir bringen regelmäßig Kompost auf unsere Felder aus.

Gartentipp Jürgen Meusburger
Gartentipp Jürgen Meusburger

Gründüngung

Besonders wertvoll für die Bodengesundheit ist der Anbau von Gründüngungspflanzen. Diese Pflanzen werden nicht als Nahrungsmittel genutzt, sondern für den Boden gesät. Sie sollen Nährstoffe binden und diese so vor dem Auswaschen im Winter bewahren. Ganz nebenbei lockern die tiefreichenden Wurzeln den Boden auf. Eine dichte Pflanzendecke im Beet fördert die biologische Aktivität im Boden. Das macht ihn krümelig, wir Gemüsebauern sprechen von einer verbesserten Bodengare durch die Gründüngung.

Phacelia und Gelbsenf düngen den Boden.<br>
Phacelia und Gelbsenf düngen den Boden.

Im Frühjahr wird die Pflanzendecke abgemäht und oberflächlich in den Boden eingearbeitet. Die Grabgabel ist dafür im Hausgarten ideal, auf dem Feld verwenden wir Pflug und Eggen. Je nach Bodentemperatur dauert es etwa acht Wochen, bis Bodenlebewesen die Pflanzenmasse zersetzen und so für die nächsten Feldfrüchte wieder verfügbar machen.

„Besonders wertvoll für die Bodengesundheit ist der Anbau von Gründüngungspflanzen.“

Jürgen Meusburger, Gemüsebau Meusburger

Wie wird’s gemacht?

Die Beete werden wie für eine Aussaat vorbereitet, also feinkrümelig, eben und unkrautfrei. Auf dieser Fläche wird das Saatgut in der richtigen Stärke verteilt und dann leicht eingerecht. Drücken Sie die Fläche vorsichtig an und halten Sie die Aussaat bis zum Auflaufen der Samen stets feucht. Nach etwa einer Woche sind die ersten Keimlinge zu sehen, die bald einen dichten Teppich bilden. Jäten sie ebenfalls auflaufende Un­kräuter zwischen der Gründüngung aus.

Welche Pflanzen sind geeignet

Hier bin ich von Gründüngungsmischungen überzeugt. Diese wurzeln unterschiedlich tief und binden so Nährstoffe aus verschiedenen Bodenschichten. Je nach Zusammensetzung der Arten tragen die Wurzelausscheidungen auch zur Gesundung des Bodens bei, zum Beispiel. indem sie Nematoden vertreiben. Wir verwenden gerne eine Wurzelvitalmischung.

Sie enthält Gelbsenf, Ölrettich und Phazelie, die alle im Hochwinter abfrieren. Ihr Wurzelwerk bindet die Nährstoffe jedoch bis ins Frühjahr – genau das, was wir wollen. Zu beachten ist, dass man nur Gründüngungspflanzen verwendet, die nicht mit der vorhergehenden oder nachfolgenden Kulturpflanze verwandt sind. So sollte man Gelbsenf, Raps oder Ölrettich nicht vor und nach Kohlgewächsen verwenden, da sie zur gleichen Pflanzenfamilie gehören. Ähnliches gilt für Klee, Lupinen und Wicken. Sie stammen aus der Familie der Schmetterlingsblütler wie auch Bohnen, Erbsen, Ackerbohnen oder Sojabohnen.

Phazelie und Buchweizen sind aus diesem Grund fast immer geeignet. Beide haben eine rasche Entwicklung, lassen sich bis Anfang September noch aussäen. Im Feldgemüsebau kommt gerne Winterroggen zum Einsatz, weil eine Aussaat bis Anfang Oktober noch möglich ist.