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Kriminaltourist stahl im Ländle aus Autos

12.09.2022 • 19:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. hartinger

28-jähriger Algerier, der in Schweiz lebt, zu 15 Monaten Haft verurteilt.

Der 28-Jährige zählte zu einer jener Tätergruppen von Kriminaltouristen aus der Schweiz, die im Vorjahr in Grenznähe in Vorarlberg Einbrüche und Diebstähle in versperrt und unversperrt abgestellten Autos begingen. Dafür wurde der mit einer einschlägigen Vorstrafe belastete Angeklagte in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil zwei Monate. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Haft gewesen.

Zwei Monate in U-Haft

drei Jahre Haft gewesen.
Weil der Algerier bereits mehr als zwei Monate in der Untersuchungshaft verbracht hat, wurde er nach der Gerichtsverhandlung sofort aus dem Feldkircher Gefängnis entlassen. Der Asylwerber sollte dann der Fremdenpolizei übergeben und zurück in die Schweiz gebracht werden.

Der zuletzt doch noch umfassend geständige Angeklagte war daran beteiligt, dass im Dezember 2021 im Rheindelta bei einem Pkw ein Seitenfens­ter eingeschlagen und Wertsachen gestohlen wurden. Die anderen Diebstähle erfolgten in unversperrten Autos. Ein Kühltransportfahrzeug wurde zudem unbefugt in Gebrauch genommen. Mit erbeuteten Bankomatkarten wurden Waren im Wert von 30 Euro eingekauft. Neben Bargeld, Bekleidung und Sonnenbrillen wurden auch Führerscheine und E-Cards weggenommen.

Keine kriminelle Vereinigung

Der Schuldspruch erfolgte wegen gewerbsmäßigen Diebstahls, teilweise durch Einbruch, unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen, Entfremdung unbarer Zahlungsmittel, Urkundenunterdrückung und betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs. Richter Dietmar Nußbaumer fand keine Beweise für die angeklagte kriminelle Vereinigung: Es gebe keine Belege dafür, dass die Gruppierung weitere Straftaten geplant habe. Verteidiger Anton Weber wies die Geschädigten darauf hin, dass sie nach dem Verbrechensopfergesetz beim Staat Schadenersatzzahlungen beantragen können, da vom Angeklagten wohl nichts zu holen sei.