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Lange Wartezeiten in manchen Fahrschulen

12.09.2022 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch nach der Prüfung fallen noch etliche Kosten an.<span class="copyright">Shutterstock</span>
Auch nach der Prüfung fallen noch etliche Kosten an.Shutterstock

Etliche Vorarlberger Fahrschulen sind überlastet.

Thomas Mallin, Fachvertreter der Fahrschulen in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und Betreiber der Fahrschule Mallin in Bludenz, sieht darin eine Folge der Pandemie. Aufgrund der harten Lockdowns ab März 2020 konnten wochenlang weder Theorie- noch Praxisstunden abgehalten werden, was zu enormen Wartezeiten geführt habe. Zusätzlich mussten Stunden aufgrund von Corona-Erkrankungen abgesagt oder verschoben werden.

Die Folgen kann man auch heute noch spüren: Die Wartezeiten variieren zwar von Betrieb zu Betrieb, doch können zwischen Anmeldung und Besuch der ersten Theoriestunde 4 bis 16 Wochen vergehen. Man könne die Wartezeiten zum Teil aber auch auf den Fachkräftemangel zurückführen, mit dem Mallin in seiner Fahrschule ebenfalls zu kämpfen hat. Außerdem fügt der Fahrschulbesitzer hinzu, dass längere Wartezeiten im Sommer schon immer üblich gewesen seien, da in diesem Zeitraum zahlreiche Fahranfänger, vorrangig Schüler, frei haben.

Steigende Kosten

Immer präsenter wird auch der Kosten­aspekt, da sich die Preise für den Führerschein über die letzten Jahre stark verändert haben. 2016 kosteten beispielsweise in den Easy-Drivers-Fahrschulen Theorie- und Praxisstunden sowie die beiden dazugehörigen Prüfungen rund 1300 Euro. Heute liegt der Preis bei den verschiedenen Filialen von Easy Drivers zwischen 1980 und 2104 Euro. Somit zählen sie gemeinsam mit der Fahrschule Mallin zu den teuersten in Vorarlberg, wobei von letzterer nur ein ungefährer Preis von 2000 Euro angegeben wurde. Am billigsten kann man den Führerschein bei der Fahrschule Prantl in Lustenau, der Fahrschule Frener in Bregenz und der Fahrschule Burtscher in Hard machen, die preislich zwischen 1741 bis 1789 Euro liegen.

Der Führerschein ist immer noch für viele junge Menschen wichtig.<br><span class="copyright">Shutterstock</span>
Der Führerschein ist immer noch für viele junge Menschen wichtig.
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Nicht vergessen werden dürfen Kosten, die noch zusätzlich anfallen, wie beispielshalber das ärztliche Gutachten, das preislich bei circa 35 Euro liegt, oder der sechsstündige Erste-Hilfe-Kurs, der 74 Euro kostet. Im Anschluss an das positive Ablegen der Praxisprüfung wird ein Zahlschein ausgehändigt, mit dem die Führerscheingebühr und Prüfgebühr gezahlt werden müssen, anschließend fallen noch 60,50 Euro für die Erteilungsgebühr des Führerscheins an. Außerdem müssen nach dessen Erhalt, in verschiedenen Monatsabständen, sogenannte Perfektionsfahrten abgelegt werden, die über die Fahrschule laufen. Diese finden zwei Mal statt und machen noch einmal einen Betrag von 249 bis 320 Euro aus. Unabhängig von der Fahrschule muss noch ein Mehrphasentraining im Driving Camp absolviert werden, das circa 250 Euro kostet.

preise

Fahrschule Burtscher, Hard: 1789 Euro

Fahrschule Frener, Bregenz: 1784 Euro

Easy Drivers, Feldkirch: 2104 Euro

Easy Drivers, Bludenz: 2104 Euro

Easy Drivers, Dornbirn: 1982 Euro

Fahrschule Wallner, Bregenz: 1797 Euro

Fahrschule Drexel, Rankweil: 1872 Euro

Fahrschule Mallin, Bludenz: ca. 2000 Euro

Fahrschule Germann-Frener, Egg: 1794 Euro

Fahrschule Prantl, Lustenau: 1741 Euro

In den Preisen enthalten sind die Theorie- und Praxisstunden und die zwei dazugehörigen Prüfungen.

Im Westen am teuersten

Die Frage, wieso der Führerschein in Vorarlberg im Durchschnitt am kostspieligsten in ganz Öster­reich ist, beantwortet Mallin folgendermaßen: „Egal bei was, der Westen ist am teuersten.“ Vom Schnitzel bis zum Grundstück: Vorarlberg sei im Gegensatz zu anderen Bundesländern sehr kostspielig. Diese Komponente spiele bei der Preisbildung eine wichtige Rolle, beispielsweise beim Kauf oder Mieten von Fahrschulstandorten oder Übungsplätzen. Aber auch andere Faktoren beeinflussen den Preis und könnten ihn sogar noch weiter in die Höhe treiben. Der Sprit werde teurer, die Gehälter gingen in die Höhe, die Mitarbeiter müssten entschädigt werden. Die extreme Inflation und die Teuerungswelle betreffe jeden und somit auch die Fahrschulen. „Wir werden uns in dem Maß, in dem der Index steigt, anpassen.“

Von Norea Ertl

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