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Planet Pure übt den Befreiungsschlag

12.09.2022 • 18:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Planet Pure/Wexplore Productions

Nach mehreren schwierigen Jahren soll es nun wieder aufwärts gehen.

Der biologisch und nachhaltig aufgestellte Wasch-, Spül- und Reinigungsmittelhersteller Planet Pure übt nach mehreren Jahren mit Verlusten und einem negativen Eigenkapital samt millionenschwerem Bilanzverlust jetzt den Befreiungsschlag. Wie der neue Geschäftsführer René Fitz (Jg. 1978) im wpa-Gespräch erklärte, hätten die Eigentümer im Juni 2022 ihre bisherigen Darlehen offiziell nachrangig gestellt. Dadurch werde das Unternehmen in der Bilanz 2022 kein negatives Eigenkapital mehr ausweisen. Zudem wollen die Eigentümer weiteres Geld nachschießen.

Glauben an die Zukunft des Unternehmens

Der Jahresabschluss 2020 zeigt ein negatives Eigenkapital von mehr als 466.000 Euro und einen Bilanzverlust von 1,3 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens mit damals 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lagen 2020 bei etwas mehr als 1,5 Millionen Euro. Die Situation habe sich 2021 noch einmal verschlechtert, so Fitz. Der Umsatz betrug im Vorjahr etwa 2,3 Millionen Euro, ein leichtes Plus gegenüber 2020. Mit den jüngsten Maßnahmen hätten die Eigentümer gezeigt, dass sie an eine Zukunft des Unternehmens glauben.

Vertriebskapazitäten ausbauen

Dementsprechend motiviert gehe man die Herausforderungen an, sagt Fitz. So soll 2023 der Break-Even (Gewinnschwelle) erreicht werden. Das will der frühere Vertriebsmanager von Scheyer Verpackungstechnik insbesondere durch die deutliche Ausweitung der Vertriebsaktivitäten erreichen. Denn die Produktionskapazitäten in Hörbranz wären eigentlich auf die doppelte Menge ausgelegt, die derzeit produziert wird. „Das macht die Herstellung für uns derzeit vergleichsweise teuer, was auch die Verluste ein wenig erklärt“, verdeutlicht Fitz. Aktuell befinde man sich beispielsweise in Gesprächen mit dm Deutschland zur Wiederaufnahme der Listung von Planet Pure.

Nachfüllstationen weiter als wichtiger Service

Mit dm Österreich sowie der Handelskette Spar und der Vorarlberger Handelskette Sutterlüty sowie dem Drogeriefachhändler Bipa befinde man sich mitunter schon seit Jahren im Geschäft. Ebenfalls weiter ausgebaut werden soll der Absatz über dm in Mittel- und Osteuropa. In diesen Ländern habe man vor etwa zwei Jahren gestartet. „Hier legen wir langsam, aber stetig zu“, sagt Fitz.

Den Glauben an die Zukunft des Unternehmens zeigt auch ein völliger Produkt-Relaunch, der einen neuen Markenauftritt und ein neues Design beinhaltet. Dazu kommen veränderte Rezepturen mit mehr Leistung, etwa bei den Geschirrspülmitteln. Die Sortimentsgröße mit rund 30 Artikeln in unterschiedlichen Verpackungsgrößen soll sich nicht ändern. Die ökologisch effizienten Nachfüllstationen bleiben auch weiterhin eine wichtige Servicedienstleistung von Planet Pure, betont Fitz.

Unternehmen ist 23 Jahre alt

Die Planet Pure Produktions- und Handels GmbH wurde 1999 gegründet. Größter Miteigentümer ist die Bensa1706 AG in Appenzell (CH) mit 37,4 Prozent der Firmenanteile, gefolgt von der Agatex Feinchemie GmbH in Edt bei Lambach (OÖ) mit 28,3 Prozent und Werner Lanthaler aus Wien mit 18,9 Prozent. Die restlichen 15,3 Prozent entfallen auf den in Lochau wohnhaften Alain Joseph Roger Bauwens, der in den vergangenen drei Jahren auch als Geschäftsführer tätig war, nun aber das Pensionsalter erreicht hat.

Günther Bitschnau/wpa

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