Allgemein

Teuerung: Das erwartet die Familien

13.09.2022 • 20:25 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/APA/DPA/Felix Kästle</span>
Symbolbild/APA/DPA/Felix Kästle

Landeshauptmann und Landesstatthalterin informierten über geplante Maßnahmen.

Unterstützung im Kampf gegen die Teuerung gibt es vom Land für die heimischen Familien.

Das haben Landeshauptmann Markus Wallner und Landestatthalterin Barbara Das haben Landeshauptmann Markus Wallner und Landestatthalterin Barbara Schöbi-Fink (beide ÖVP) am Dienstag im Pressefoyer nach der Regierungssitzung bekanntgegeben. Demnach wird der Familienzuschuss ab 1. Oktober erhöht. Zudem werden die Einkommensobergrenzen angepasst. Vor allem junge Paare, die ein bis drei Kinder haben, sollen erreicht werden. Im Oktober gibt es zudem eine zusätzliche Auszahlung, sprich die Familien erhalten den doppelten Zuschuss.

Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und Landeshauptmann Markus Wallner. <span class="copyright">VLK/A.Hagen</span>
Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und Landeshauptmann Markus Wallner. VLK/A.Hagen

Damit gebe es einerseits eine einmalige Zahlung für die Familien, welche gerade im Herbst zum Schulanfang mit zusätzlichen finanziellen Belastungen Damit gebe es einerseits eine einmalige Zahlung für die Familien, welche gerade im Herbst zum Schulanfang mit zusätzlichen finanziellen Belastungen konfrontiert seien. Andererseits sei durch die strukturellen Änderungen sichergestellt, dass es sich bei der Unterstützung um keine Eintagsfliege handle, betonte Wallner. So wird der Mindestzuschuss ab 1. Oktober von derzeit 51 auf 150 Euro angehoben. Der Höchstzuschuss wird von 505,50 Euro auf 600 Euro erhöht.

Infokampagne

AntAnträge auf den Familienzuschuss können beim Wohnsitz-Gemeindeamt eingebracht werden. Informationen und einen unverbindlichen Familienzuschuss-Rechner gibt es im Internet unter www.vorarlberg.at/familienzuschuss. Bestehende Bezieher müssen keinen neuen Antrag stellen, sondern erhalten ab 1. Oktober automatisch die Zahlung gemäß der neuen Regelungen. Im Jahr 2021 wurde der Familienzuschuss in 1068 Fällen ausbezahlt, heißt es seitens des Landes. Wie der Landeshauptmann anmerkte, habe der Bekanntheitsgrad des Unterstützungsangebots in jüngster Zeit nachgelassen. Daher laufe derzeit auch eine Informationskampagne dazu.

Gerade zu Schulbeginn sind Familien mit höheren Ausgaben konfrontiert. <span class="copyright">Symbolbild/vol.at</span>
Gerade zu Schulbeginn sind Familien mit höheren Ausgaben konfrontiert. Symbolbild/vol.at

Die Landesstatthalterin anlässlich des Schulbeginns auch auf weitere finanzielle Die Landesstatthalterin wies anlässlich des Schulbeginns auch auf weitere finanzielle Hilfestellungen für Familien hin, welche vom Land angeboten beziehungsweise unterstützt werden. So gebe es bei Kosten für Schulveranstaltungen wie etwa Ski- oder Sportwochen einen Zuschuss von bis zu 180 Euro abhängig vom Familieneinkommen. Ebenso würden bis zu 15 Einheiten Nachhilfeunterricht gefördert. In beiden Fällen werde bei der Berechnung des Einkommens weder die Familienbeihilfe noch der Familienbonus plus miteinbezogen. Dazu gebe es auch Unterstützung wie etwa die Caritas Lerncafés, welche durch das Land gefördert würden.

20 Millionen Euro

Die AusweitunDie Ausweitung des Familienzuschusses ist Teil des bereits im Juni beschlossenen Maßnahmenpakets gegen die Teuerung. Dieses hat ein Volumen von 20 Millionen Euro und wird aus der Sonderdividende der Illwerke vkw finanziert. Der Großteil des Geldes fließt dabei in die Erhöhung der Wohnbeihilfe, welche rückwirkend mit 1. Juli eingeführt wurde. Auch bei dieser Unterstützung wurde an den Einkommensgrenzen geschraubt, um mehr Menschen als bisher zu erreichen.

Familienzuschuss neu

Beispiel 1: Alleinerziehende Person mit zwei Kindern und einem Familieneinkommen von netto 2000 Euro erhält künftig 543,60 monatlich (bisher 275,70 Euro).

Beispiel 2: Familie mit zwei Erwachsenen und drei Kindern sowie einem Familieneinkommen von netto 2000 Euro erhält künftig 600 Euro monatlich (bisher 505,50 Euro).

Quelle: Land Vorarlberg

Die vollDie vollen Auswirkungen würden sich bis zum Jahresende einstellen, wobei bereits die ersten Zahlen zeigten, dass die Hilfe ankomme, meinte Wallner. Wurden im Juni noch knapp 2,3 Millionen Euro an Wohnbeihilfe ausbezahlt, so waren es im Juli und August rund 3,1 Millionen Euro. Heuer würden durch die Änderung wohl um die sieben Millionen Euro mehr ausgeschüttet. Im kommenden Jahr rechnet der Landeshauptmann mit Mehrkosten von rund zwölf Millionen Euro.

Der Heizkostenzuschuss wird um 60 Euro erhöht. <span class="copyright">APA/dpa/Hauke-Christian Dittrich</span>
Der Heizkostenzuschuss wird um 60 Euro erhöht. APA/dpa/Hauke-Christian Dittrich

Erhöht wird im Zuge des Anti-Teuerungspakets des Landes auch der HErhöht wird im Zuge des Anti-Teuerungspakets des Landes auch der Heizkostenzuschuss. Dieser sei bereits der höchste in Österreich, betonte Wallner. In der kommenden Heizperiode wird der Betrag um 60 Euro auf 330 Euro angehoben. Ebenso werden die Einkommensgrenzen deutlich angehoben. Dadurch wirke der Zuschuss „tief in die Mittelschicht hinein“, zeigte sich der Landeshauptmann überzeugt. Er rechnet damit, dass es in dieser Heizperiode etwa 17.000 Haushalte geben wird, welche einen Heizkostenzuschuss erhalten. Bisher seien es etwa 12.000 Bezieher gewesen.

Möglicherweise noch nicht das Ende

DDie Maßnahmen im Paket des Landes seien strukturell und nachhaltig, bekräftigte Wallner. Diese würden auch „über den Tag X hinaus wirken“. Zugleich wies er darauf hin, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein könnte. Falls sich die Situation in Sachen Teuerung zuspitze, könnten durchaus noch weitere Maßnahmen notwendig sein.