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Kerosinpreise keine Gefahr für Wucher

15.09.2022 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Treibstoffpreise bedeuten für das Luftfahrunternehmen laut dem Geschäftsführer kein Risiko für einen Absturz beim Umsatz. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Treibstoffpreise bedeuten für das Luftfahrunternehmen laut dem Geschäftsführer kein Risiko für einen Absturz beim Umsatz. Klaus Hartinger

Wucher Helicopter blickt auf eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Auch für heuer sind die Erwartungen positiv.

Das Luftfahrtunternehmen Wucher Helicopter ist wie andere Firmen auch von den steigenden Treibstoffpreisen betroffen. Wie der Geschäftsführer Thomas Türtscher im wpa-Gespräch erklärte, hätten sich die Preise für Kerosin diesen Sommer im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Allerdings stelle dies das Unternehmen vor keine wirklichen Probleme, denn der Kostenanteil von Kerosin für den Betrieb eines Hubschraubers liege im einstelligen Prozentbereich.
„Viel teurer sind abgesehen von der Finanzierung der Anschaffung die laufende Instandhaltung und die Versicherungen“, so Türtscher. Dazu käme der Aufwand für das hochqualifizierte Personal.
Die Kunden des Unternehmens müssten angesichts der gestiegenen Kosten für Kerosin mit etwa fünf Prozent Preissteigerung rechnen. Das ist im Vergleich zu Preissteigerungen in anderen Bereichen moderat.

Umsatzplus von zehn Prozent

Im Geschäftsjahr 2021/22 (30.4.) kam das Unternehmen auf einen Umsatz von rund 16 Millionen Euro, ein organisches Plus von etwa zehn Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr berichtet Türtscher von einer ebenfalls zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung.
So fliege man viele Holztransporte (sogenanntes Heli-Logging) in Österreich und Südtirol, wo insbesondere Schad- und Problemholz in zumeist schwierigem Gelände entnommen werde. Zudem seien Hubschrauber der Wucher-Flotte nach wie vor in die Türkei zum Waschen von Isolatoren bei Stromleitungen vermietet. Eine weitere Maschine beteilige sich in Italien an der Bekämpfung von Waldbränden. Auch im klassischen Transportgeschäft in Österreich, Deutschland und Italien (Südtirol) könne man auf eine stabile Entwicklung im Sommergeschäft verweisen.

Heliskiing in Georgien und Türkei

Für das Gesamtjahr 2022/23 geht Türtscher von einem Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich aus. Das hänge insbesondere von einem „normalen Verlauf“ der bevorstehenden Wintersaison ab. Jedenfalls seien vier Maschinen für Heliskiing in der Türkei und in Georgien im Einsatz, sagt Türtscher. Zudem führe man für den ORF bei sämtlichen Skirennen in Österreich die Personen- und Materialtransportflüge durch.

„Vertical Cut“ ab 2023 im Einsatz

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit und einer Investition von mehr als 200.000 Euro hat Wucher Helicopter auf der Fachmesse Interforst 2022 in München seine Eigenentwicklung „Vertical Cut“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen am Hubschrauber angehängten Holzprozessor (Prozessor ist in der Forstbranche der Fachbegriff für halb- oder vollautomatische Maschinen zur Holzernte), mit dem gezielt einzelne Bäume aus der Luft entnommen werden können. Der große Unterschied zur bisherigen Technik: „Beim Einsatz von Vertical Cut muss kein Holzer mehr zuvor auf den Baum klettern. Der Einweiser steht in sicherer Entfernung und bedient in Absprache mit dem Piloten die integrierte Säge.“ Damit erreiche man einen sehr hohen Sicherheitslevel bei dieser gefährlichen Tätigkeit.

Aktuell sei der dritte Prototyp des „Vertical Cut“ im Probebetrieb. Nunmehr gehe es um Gewichtsoptimierungen. Die Markteinführung und den Einsatz bei Kunden plant Türtscher im Jahr 2023. Gerade in Problembereichen, wie entlang von Bahntrassen oder in Rutschgebieten oder bei einzelnen „Käfer-Nestern“ im Wald könne der fliegende Holzprozessor seine Vorteile ausspielen.
Wucher Helicopter wurde 1975 gegründet. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Günther Bitschnau (Gübi)

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