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Behinderte Frau missbraucht: Zwei Jahre Gefängnis

16.09.2022 • 22:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Angeklagte wurde am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. Hartinger

Schuldspruch wegen sexuellen Missbrauchs einer psychisch beeinträchtigten Frau.

Zwei junge Männer hatten nach den gerichtlichen Feststellungen am Abend des 9. Juni 2018 in der Dornbirner Innenstadt in einer Tiefgarage und vor einem Hauseingang Sex mit einer geistig behinderten Frau. Die geistige Beeinträchtigung der 48-Jährigen war demnach erkennbar, weil sie sich nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters auf dem geistigen Niveau eines siebenjährigen Kindes befinde. Die Männer haben nach Ansicht der Richter die erkennbare geistige Behinderung der sexuell nicht selbstbestimmt handlungsfähigen Frau ausgenützt und mit ihr geschlafen.

21-jähriger bereits 2019 vor Gericht.

Deshalb wurden die beiden Angeklagten wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person schuldig gesprochen. Dafür und wegen anderer Delikte wurde ein vorbestrafter 21-Jähriger aus Somalia bereits im März 2019 am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Aus einer früheren Vorstrafe kamen neun Haftmonate hinzu. Damit machte die Gesamtstrafe für den Afrikaner zwei Jahre aus.

Drei Tage Bedenkzeit

Über einen unbescholtenen 32-Jährigen aus Afghanistan wurde am Freitag eine Haftstrafe von zwei Jahren verhängt. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Silke Sandholzer ist nicht rechtskräftig, denn der von Toni Jakupi verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Haft.

Unmittelbar nach der Verhandlung wurde der über keinen festen Wohnsitz in Österreich verfügende Afghane wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen. Polizisten nahmen den Angeklagten im Gerichtssaal fest und brachten ihn ins Feldkircher Gefängnis.

Angeklagter: Eine Falle gestellt

Der Angeklagte beantragte in seinem Schlusswort vor der Urteilsverkündung einen Freispruch. Denn die Frau habe ihm auf der Straße in der Dornbirner Innenstadt Sex angeboten. Sie habe ihm eine Falle gestellt. Er habe ihr Angebot zum Beischlaf angenommen, danach aber habe sie ihn angezeigt. Daher sei er nicht schuldig.

DNA gefunden

Formal bekannte sich der Angeklagte jedoch auf Anraten seines Verteidigers letztlich doch für schuldig. Schließlich war im Intimbereich der geistig eingeschränkten Frau seine DNA gefunden worden. Staatsanwalt Hartmann merkte an, der Täter mache sich zum Opfer. Deshalb sei sein formales Geständnis in Zweifel zu ziehen.