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Die Frage nach der guten Zukunft

16.09.2022 • 22:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das diesjährige Ensemble in Residence „Company of Music“    <span class="copyright">Theresa Pewal</span>
Das diesjährige Ensemble in Residence „Company of Music“ Theresa Pewal

Einen Monat lang widmen sich die Montforter Zwischentöne im November dem Thema „Sehnsucht und Verwandlung“.

Im November bringen die Montforter Zwischentöne wieder interdisziplinäre Formate im Zusammenspiel von international renommierten Künstlern und der regionalen Szene in einem speziell auf Feldkirch zugeschnittenen Festival. Die diesjährigen Spielorte sind das umgestaltete Alte Hallenbad, der Dom St. Nikolaus und die Stella Vorarlberg in Feldkirch sowie die zwei Außenspielstätten, die Kulturbühne Ambach und das Kunsthaus Bregenz.

Eine Auseinandersetzung

Die neuen Formate wurden unter dem zentralen Thema „Sehnsucht und Verwandlung“ entwickelt und es wurde dabei versucht „aktuell und regional zu agieren“. Der künstlerische Co-Leiter Hans-Joachim Gögl verbindet dieses Thema mit der Frage, was eine gute Zukunft bedeute. Es gehe um Transformation, die Auseinandersetzung mit der Schönheit an sich, die besonders in der jetzigen Zeit als „ein tröstliches Format“ dienen soll, sagt Gögl, der zusammen mit dem künstlerischen Co-Leiter Folkert Uhde das Programm präsentiert.
Auch dieses Jahr wird es in Bezug auf Klima und Nachhaltigkeit wieder ein Ensemble in Residence geben, um umweltschädliche Reisen zu Kurzaufenthalten zu reduzieren. Die elfköpfige Vokalformation „Company of Music“ unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger wird mit Musik von der Renaissance bis Heute insgesamt fünf verschiedene Formate liefern, unter anderem wird es wieder Morgenkonzerte, die an drei Tagen Anfang November jeweils von sieben bis acht Uhr stattfinden und eine spannende Kontextualisierung von Musik und Morgenstimmung schaffen, geben. Am 1. November startet die Company of Music die Montforter Zwischentöne mit „Musikalischen Meditationen über die Endlichkeit“ im Feldkircher Dom St. Nikolaus.

Darbietungen

Eines der diesjährigen Highlights wird die Aufführung des berühmten Oratoriums von Georg Friedrich Händel „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“ (auf Deutsch „Der Triumph der Zeit“) vom Ensemble Concerto Stella Matutina unter der Leitung von Alfredo Bernardini und der Regie von Ilka Seifert. Das zeitlose Stück wird am 19. November präsentiert.
In Kooperation mit dem Wiener Konzerthaus entstand „Light Works“. Die niederländische Künstlerin Roos van Haaften wird vor den Augen des Publikums Alltagsgegenstände auf einer Glasplatte zusammenführen und dabei Kunstwerke aus Licht und Schatten entstehen und wieder verschwinden lassen, während die Company of Music und das Jazztrio Owls Meis­terwerke der Renaissance und zeitgenössische Musik erklingen lassen.
Das nächste Format orientiert sich an der üblichen Laudatio, mit dem die Verstorbenen betrauert werden, und wird genutzt, um gesellschaftliche Werte und Lebensgefühle, die am Verschwinden sind, nochmals hochleben zu lassen. Nach der „Totenrede auf die Gewissheit“, der „Totenrede auf die Muße“, dem „Nachruf auf die Privatsphäre“ und dem „Nachruf auf die Distanz“ im letzten Jahr, wird heuer ein „Nachruf auf das Faktische“, ein „Begräbnis der Fakten“ gestaltet.
Gehalten wird die Totenrede von der Journalistin Alexandra Föderl-Schmid. Der Vorarlberger Baukünstler Ulli Grassmann wird mit Dutzenden von LED-Leuchten eine Kapelle des Lichts erhellen lassen und zudem wird das Trio Opus 3 gemeinsam auftreten.

Experimente

Um Verwandlung geht es im Format „WoFür Elise?“, das speziell Musikfreaks begeistern wird, sagt Gögl. Dabei werden die Möglichkeiten der Interpretation ausgelotet, mit der Pianisten geschriebene Stücke verändern können. Der Pianist Marino Formenti wird den Gassenhauer „Für Elise“ immer wieder anders interpretieren.
Zwei Schauspieler verkörpern in „Die Füße im Feuer“ epische, lyrische und dramatische Elemente der Ballade, während in einer siebenminütigen Pause zwischen den Strophen „ein Experiment an Improvisation, Virtuosität und Schauspielkunst“ stattfinden soll.
In „Transitions“ werden vier völlig unterschiedliche Musik­richtungen miteinander vereint. Zu Gast sind die berühmte tunesische Sängerin Ghalia Benali, Romina Lischka und Neva Özgen.
Montforter Zwischentöne: Sehnsucht und Verwandlung: 1. bis 30. November. Infos und Termine: www.montforterzwischentoene.at