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Mut zu etwas Neuem

17.09.2022 • 21:54 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
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Der Bregenzerwälder Udo Höscheler hat seine eigene Kräuter- und Curry-Mayonnaise auf den Markt gebracht.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Getreu jenem Motto fasste auch Udo Höscheler aus Doren seinen Mut, wagte inmitten der Coronapandemie den Schritt ins Ungewisse und brachte im vergangenen Jahr seine eigene Kräuter-Mayonnaise auf den Markt. Mittlerweile ist sein Sortiment bereits gewachsen und seit heuer darf er alle Spar-, Eurospar- und Intersparfilialen aus Vorarlberg zu seinen Partnern zählen. Was im kleinen Kreis begonnen hat, entwickelte sich nach und nach zu dem, was es heute ist.

Vom Koch zum Schlosser

Die Leidenschaft zum Kochen begleitet den 49-Jährigen schon sein Leben lang. Vor rund 33 Jahren entschied er sich daher auch für eine Ausbildung zum Koch. Diese war allerdings nur von kurzer Dauer, denn aufgrund einer Allergie musste er jenen Traum schon nach nur einem Jahr wieder an den Nagel hängen. Sein Vater brachte ihn damals auf die Idee, eine Lehre als Schlosser zu beginnen. Nach Abschluss dieser versuchte er sein Glück abermals als Koch. Doch die Allergie machte ihm erneut einen Strich durch die Rechnung. Schweren Herzens habe er dies akzeptieren müssen. „Die Freude am Kochen ist jedoch geblieben“, betont der gelernte Schlosser. Auf Grillfeiern brachte er beispielweise oft seine selbst gemachte Mayonnaise mit. So auch im Juli 2020 zu einem Grillfest des Musikvereins. Die Begeisterung bei den Anwesenden war groß und sie ermutigten ihn, seine Mayo doch kommerziell anzubieten.

Udo Höscheler mit seinem ersten Produkt, der Kräuter-Mayo. <span class="copyright">Sams</span>
Udo Höscheler mit seinem ersten Produkt, der Kräuter-Mayo. Sams


Jahre zuvor hatte Höscheler schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ein eigenes Produkt auf den Markt zu bringen, diesen dann aber wieder verworfen. Durch den Zuspruch der anderen packte ihn nun aber erneut der Ehrgeiz. Inmitten der Coronapandemie beschäftigte er sich also mit Dingen wie Grafik, Verpackung, Vermarktung und den Etiketten seiner Produkte. Im Jahr 2021 gründete er dann schließlich seine eigene Firma, „Udos Mayo“.
Der Weg dorthin sei jedoch keinesfalls immer einfach gewesen. „Viele sehen nicht, was alles hinter dem Produkt steckt“, ist sich der 49-Jährige sicher und erzählt weiter: „Es benötigt viele Bekannte und Freunde, die einem Kontakte vermitteln, gute Preise anbieten oder weiterhelfen.“ Oft habe er sich selbst ermutigt, weiterzumachen und nicht aufzugeben, denn gewisse Dinge im Leben müsse man auch „einfach mal probieren“.

Zubereitung

Eines war für den Bregenzerwälder von vornerein klar: „Ich will etwas, was es so noch nicht gibt.“ Sein erstes Produkt, die Kräuter-Mayo, kam Anfang 2021 in die Regale auserwählter Supermärk­te. Dieses Jahr wurde sein Sortiment durch eine Curry-Mayo erweitert.

<span class="copyright">Hartinger</span>Kräuter- und Curry-Mayo.
HartingerKräuter- und Curry-Mayo.

Der Hobby-Koch gibt allerdings ehrlich zu: „Das Rezept ist nicht mehr ganz original“. Die Basis seiner Kräuter- und Curry-Mayo, die Mayonnaise selbst, kaufe er nämlich zu. Denn aufgrund diverser Auflagen und seiner Kapazitäten sei es unmöglich, diese selbst herzustellen. Seine Geheimzutaten mischt er der Basis bei. Für die Zubereitung stehen dem 49-Jährigen die Räumlichkeiten von Mo-Catering aus Hohenems zur Verfügung, denn seit knapp 15 Jahren ist er neben seinem Vollzeitjob als Schlosser auch dort tätig. Die Allergie sei mittlerweile verschwunden, berichtet Höscheler erfreut. Seine beiden Produkte füllt er nach wie vor höchst persönlich am Standort des Caterers ab.

Etikettiert werden die Mayo-Gläser hingegen im Wohnzimmer des Doreners. Verwandte und Bekannten greifen ihm tatkräftig unter die Arme, worüber der Unternehmer sehr dankbar ist.

Visionen und Pläne

Nach wie vor tüftelt Udo Höscheler in seiner eigenen Küche an neuen möglichen Kreationen. Eine Käse-, Limetten- oder Trüffel-Mayo, sowie eine sehr scharfe Mayonnaise für Grillabende seien derzeit etwaige Ideen. Ihm fehle dafür jedoch noch die perfekte Kombination an Zutaten. Fix sei aber, dass seine Kräuter- und Curry-Mayo auch bald vegan auf den Markt kommen soll. Man merkt schnell, dass der Dorener noch so einige Visionen und Pläne für die Zukunft schmiedet.

Empanadas mit Udos Kräuter-Mayo. <span class="copyright">SAMS</span>
Empanadas mit Udos Kräuter-Mayo. SAMS


die Bauarbeiten im vollen Gange. Zwei neue Räume sollen entstehen. Einer für die Produktion der Mayonnaise und einer fürs Etikettieren. Ein möglicher Grazer Investor sei derzeit ebenso im Gespräch, dann wäre das eigenständige Abfüllen und Etikettieren womöglich bald Geschichte. Außerdem könnte es die Kräuter- und Curry-Mayonnaise schon bald in kleinen Portionsverpackungen geben, so wie man es auch von Ketchup und Mayo bereits aus der Gastronomie kennt. Mehr will er dazu allerdings noch nicht verraten.

Was die derzeitige Entwicklung seiner Produkte angeht, zeigt er sich hingegen sehr zufrieden. Aus seinem Umfeld und im Allgemeinen erreiche ihn viel positives Feedback, auch per Mail. Einer habe ihm zum Beispiel geschrieben: „Du zeigst Innovation und das trotz Corona. Das muss man sich erst mal trauen, weiter so!“ Genau solche Resonanz ermutigt den 49-Jährigen ­dranzubleiben

UDos mayo

Partner: Spar, Eurospar, Interspar, Metro und noch weitere kleinere Abnehmer.

Nächster Verköstigungstermin: 21. Oktober im Eurospar in Bludenz von 10 bis 17 Uhr.

Rezepte, wozu die Mayo besonders gut schmeckt, findet man auf der Homepage.

www.udos-mayo.at

Gefüllte Kartoffeln. <span class="copyright">Sams</span>
Gefüllte Kartoffeln. Sams