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Beraterverträge dienen vielen Zwecken

19.09.2022 • 17:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
ImDie Abwicklung von Kampagnen fordert häufig externe Expertise.<span class="copyright">Land Vorarlberg</span>
ImDie Abwicklung von Kampagnen fordert häufig externe Expertise.Land Vorarlberg

Externe Beratungsleistungen sind gang und gäbe.

Überall wo der Staat Geld ausgibt, steht er – leider auch erfahrungsbedingt – unter dem Generalverdacht der Verschwendung. In vielen Fällen tätigt er aber auch dringend notwendige Investitionen, wofür er mitunter externe Berater benötigt.

Kritisierter Einzelfall

Eine parlamentarische Anfrage der Neos im Landtag hat eine 44-seitige Liste mit externen Beratungen des Landes seit 2019 ergeben. In ihr findet sich auch jene Beratungsleistung für einen Schlachthof, die der Landes-Rechnungshof jüngst kritisierte. Neben einem pensionierten Fleischereiexperten war auch ein Unternehmensberater an Bord.

Der mittlerweile 63-jährige Einzelunternehmer war zuvor als Salesmanager im Bereich IT-Consulting tätig, verfügt aber über keine eigene Webseite. Am Ende wurden 44 Powerpoint-Folien von durchwachsener Qualität als Konzept übergeben, Land und Kammer zahlten 126.000 Euro dafür, die NEUE berichtete. Professionelle Kommunikationsdienstleistungen machen in der Liste der externen Dienstleistungen des Landes immer wieder größere, aber nicht notwendigerweise ungerechtfertigte Summen aus. 248.000 Euro zahlte das Land 2020 etwa alleine an die Austria Presseagentur für Mediendienstleistungen.

Herausforderung Pandemie

Vor allem die Corona-Pandemie stellte das Land vor kommunikative Herausforderungen. Kampagnen mussten geplant, Informationsprojekte geschnürt werden. Offenbar wollte man aber auch das Mediengeschehen im Blick behalten. Für das Beobachten der Berichterstattung in der Pandemie erhielt die Agentur Clavis 2020 daher rund 31.000 Euro – Geschäftsführer Dieter Bitschnau ist der Ehemann von Markus Wallners ehemaliger Büroleiterin und mittlerweile Abteilungsvorständin im Amt der Landesregierung, Susanne Sonntag. Für ein Krisenkommunikationskonzept flossen noch einmal 16.000 Euro. Ein Jahr später gab es 10.000 Euro für die Beratung und Begleitung der Teststrategie.

Aber auch andere Agenturen erhielten pandemiebedingte Kommunikationsaufträge. An „go big communications“ flossen unter anderem 93.000 Euro für die Planung und Umsetzung der Kampagne „Jetzt sind alle gefragt“, 45.000 Euro für die Kampagne „Ganz Vorarlberg Testet“ und 19.000 Euro für die Gestaltung einer Broschüre. IKP erhielt 2021 26.000 Euro für eine Jugendkampagne und 62.000 Euro für eine Impfkampagne. Die Securplan, ein Experte für Notfallplanung, erstellte ein Coronahandbuch für 35.000 Euro.

Viele Bereiche

Die Bandbreite der Beratungen spiegelt jene der öffentlichen Aufgaben wieder: 36.000 Euro war dem Land die Vorsitzführung im Naturschutzrat für das Jahr 2019 wert. Der Bericht eines Naturschutzvereins über die Kormorankolonie im Rheindelta kostet 19.000 Euro. Boehler PR erhielt 139.000 Euro für die Ombudsstelle in Sachen Feldkircher Stadttunnel und Clavis bekam noch einmal 110.000 Euro für die begleitende Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt.

Auch landesnahe Unternehmen und Einrichtungen wurden immer wieder mit Leistungen beauftragt, die das Land intern nicht erbringen konnte: 144.000 Euro gingen 2021 an die Verwaltungsakademie für Fortbildungen und Schulungen, das Energieinstitut erhielt unter anderem 94.000 Euro für die Qualitätssicherung der Wohnbauförderung oder 109.000 Euro für die Abwicklung des „Radius Fahrradwettbewerb“ gab es 2022 (Zahlen gerundet).