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Gespenstische Ruhe: Ganz London hält inne

19.09.2022 • 13:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kleine Zeitung-Redakteur Max Miller berichtet live aus der englischen Hauptstadt
Kleine Zeitung-Redakteur Max Miller berichtet live aus der englischen Hauptstadt Miller

Vor dem Begräbnis der Queen am heutigen Montag herrscht Ausnahmezustand.

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12.45 Uhr:

Die meisten Menschen im Hyde Park tragen dunkle Farben oder schwarz. Schwarze Anzüge werden häufig von Medaillen geziert, die ihre Träger im militärischen Dienst für ihr Land – und ihre verstorbene Königin – erlangt haben.

12.30 Uhr:

Wie bei jeder Großveranstaltung gibt es auch beim Begräbnis der britischen Monarchin eigene Essensstände. “Es ist heute aber ein besonders merkwürdiger Arbeitsplatz”, sagt die Kassiererin eines mobilen Burgerstandes.

Da sie im Wagen erhöht steht, hat sie eine gute Sicht auf das Begräbnis, das auf einer großen Videowand vor ihr übertragen wird. Durch die durch den Park hallenden Kirchenchöre sind Bestellungen aber teils schwer verständlich.

12.20 Uhr:

War am Weg zum Hyde Park die Polizei noch nahezu omnipräsent, wird rund um die Menge vor den großen Bildschirmen nur vereinzelt patrouilliert.

12.10 Uhr:

Als der Sarg einhält und die Kirchenglocken zu schlagen beginnen, wird es ruhig im gefüllten Hyde Park.

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11.47 Uhr:

In der Zwischenzeit habe ich etwas mehr als 2 Kilometer Luftlinie hinter mir – und ein bin ein Vielfaches durch die Straßen Londons gegangen. Einen Bildschirm, der die Trauerfeierlichkeiten überträgt, sehe ich dennoch nur aus der Ferne durch einen Zaun.

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11.45 Uhr:

Die Trauerstimmung ist bei vielen nach der ersten halben Stunde Fußweg verschwunden. “Mir ist egal, ob wir etwas sehen. Dieser Weg allein ist historisch”, sagt eine Frau ihrem frustriert wirkenden Begleiter. An der Park Lane versucht indes ein Security-Mitarbeiter, seine gute Laune zu teilen: “Ihr habt es fast geschafft, es ist nicht mehr weit”, ermutigt er die vorbeiziehende Menge.

11.38 Uhr:

“Dad, this is fun!”, ruft ein Mädchen, das sich tragen lässt. Der Vater lacht müde.

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11.25 Uhr:

Straßenhändler entlang des Weges verkaufen Blumen, Flaggen und gekühlte Getränke.

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11.20 Uhr:

Die Straße entlang St. James Park, die einen direkten Blick auf die Prozession verspricht, ist geschlossen. Ein pensionierter Navy-Engineer war zwar dort, musste aber hinaus und darf nun nicht mehr zurück. Seit einer Stunde steht er daher in einer Parallelstraße und hofft, durch die Verbindungsgasse einen Blick zu erhaschen. Dass das funktioniert, glaubt er selbst nicht – zu viele Menschen stehen vor ihm.

Wer der Menge folgt, wird nicht einmal mehr in Richtung der Prozession gelenkt. Stattdessen sollen die Menschenmassen zum Hyde Park, wo die Prozession auf großen Bildschirmen übertragen wird.

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10.50 Uhr:

Wer zu spät kommt, hat Pech: In der U-Bahn-Station Westminster verkündet eine Durchsage, dass man doch bitte weiterfahren solle. Alle Bereiche zum Beobachten der Prozession in der Gegend von Westminster seien voll. Noch bevor die Durchsage endet, schließt die U-Bahn ihre Türen und fährt weg.

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10.30 Uhr:

War in den letzten Tagen noch das südliche Ufer der Themse von einer Schlange an Trauernden geprägt, gehen nun Tausende am Nordufer entlang, um irgendwo einen allerletzten Blick auf die verstorbene Königin zu erhaschen. Zahlreiche Straßensperren erschweren dieses Vorhaben.