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Möglicher Baustart nach langer Verzögerung

19.09.2022 • 19:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Zentrum von Egg soll ein Mehrzweckgebäude entstehen.<span class="copyright"> Stiplovsek</span>
Im Zentrum von Egg soll ein Mehrzweckgebäude entstehen. Stiplovsek

Nun gibt es Bewegung beim geplanten Mehrzweckgebäude in Egg.

Seit vielen Jahren ist der beabsichtigte Neubau eines Mehrzweckgebäudes im Ortszentrum von Egg auf dem Post-Areal Gegenstand von Diskussionen und Planungen und immer wieder kam es zu Verzögerungen. Jetzt allerdings werde die Angelegenheit konkret, wie Hermann Bachmann, Vorstandsdirektor der Sparkasse Egg, im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur erklärte.

Zehn Millionen Euro Investition. Denn die Loco 597 Investment GmbH hat bei der BH Bregenz den Antrag auf Erteilung der notwendigen Behördengenehmigungen für den Neubau eingereicht. Mitte Oktober 2022 findet die Bauverhandlung statt. „Gibt es grünes Licht, so werden wir mit dem Bau Anfang 2023 beginnen“, so Bachmann. Die Bauzeit dürfte sich dabei auf etwa eineinhalb Jahre belaufen. Das ungefähre Investitionsvolumen beziffert Bachmann mit rund zehn Millionen Euro, wobei man mit Prognosen aufgrund der unsicheren Preisentwicklungen vorsichtig sei. Die Loco 597 Investment GmbH gehört zu mehr als drei Viertel der Sparkasse Egg, die restlichen Anteile hält die Gemeinde Egg.
Der Neubau ist im Bereich des Postgebäudes geplant, das größtenteils abgerissen werden soll. Das Mehrzweckgebäude soll fünf Obergeschoss-Ebenen (E+4) umfassen. Geplant sind vier private Wohneinheiten, ein Restaurant mit rund 120 Plätzen samt Gastgarten mit weiteren 64 Verabreichungsplätzen sowie ein Bürgerservice und Büroräumlichkeiten zuzüglich Nebenräumen, beispielsweise für Dienstleister. Zudem ist eine öffentlich zugängliche Tiefgarage vorgesehen. Die Beheizung des Büro- und Geschäftshauses soll über eine bestehende Fernwärme-Biomasseheizungsanlage erfolgen. Umgesetzt wird das Siegerprojekt eines Wettbewerbs von den Architekten Ludescher und Lutz aus Bregenz.

Was bisher geschah. Im Vorfeld sorgte das Bauprojekt schon für reichlich Diskussionen und Unmut unter Immobilienbesitzern und Geschäftsflächenvermietern. Im Jahr 2015 wurden die geplanten Büro- und Geschäftsflächen bereits kritisiert. Dass in Egg unzählige für die Vermietung vorgesehene Geschäfts- und Büroräumlichkeiten seit längerer Zeit leer stünden, wurde damals als Grund für die Kritik genannt. Deshalb gründete sich auch eine Initiative von Immobilienbesitzern, die sich mit einer Petition an die Gemeinde gewendet hat. In dem damaligen Flugblatt der Initiative hieß es, dass die Mitglieder 2.000 Quadratmeter „frei verfügbare Flächen in bester Lage“ in Egg hätten. Sprecher der Initiative Wolfgang Troy äußerte damals Befürchtungen, dass bestehende Geschäftsmieter in Egg abgeworben und Leerstände gesteigert würden. Mitauslöser für die Debatte war das damalige Mitwirken des Immobilienprojektentwicklers Prisma, welcher später ausstieg. Auch befürchteten manche Egger eine Umsiedelung. Darauf sicherte Bachmann damals zu, keine bestehenden Geschäfts- und Büroflächenmieter in Egg abzuwerben. Zudem versprach er den Petitionsunterzeichnern eine gemeinsame Vermarktungsplattform für leerstehende Flächen.


(Günther Bitschnau/wpa/Red)