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Tödlicher Unfall auf Schutzweg

19.09.2022 • 14:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Roland Schlager</span>Symbolbild.
Roland SchlagerSymbolbild.

Lkw-Fahrer, der E-Scooterfahrer erfasste, wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Der mit rund elf km/h gefahrenne Lkw hat im Juni 2021 in Rankweil auf einem Schutzweg neben dem Merkur-Kreisverkehr einen 50-jährigen E-Scooterfahrer erfasst und tödlich verletzt.

Urteil ist rechtskräftig

Wegen fahrlässiger Tötung wurde der angeklagte Lkw-Fahrer auch am Montag in der Berufungsverhandlung am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. Dafür wurde der unbescholtene 39-Jährige zu einer Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen oder eine Haftstrafe von einem Jahr gewesen.

In erster Instanz hatte die Strafe im Dezember 2021 am Bezirksgericht Feldkirch 1000 Euro (100 Tagessätze a‘ 10 Euro) betragen und damit um 40 Euro mehr als in der zweiten Instanz. Das Landesgericht ging im Unterschied zum Bezirksgericht wegen fünf BH-Verkehrsstrafen von keinem ordentlichen Lebenswandel aus und erhöhte die Anzahl der Tagessätze von 100 auf 240. Allerdings verringerten die Berufungsrichter die Höhe des einzelnen Tagessatzes, weil sie von einem geringeren Einkommen des Angeklagten ausgingen als das Erstgericht.

Mangelnde Aufmerksamkeit

Wegen mangelnder Aufmerksamkeit wurde der Lkw-Lenker schuldig gesprochen. Demnach hätte er nach Ansicht des Berufungssenats mit einem Blick nach rechts den E-Scooterfahrer bereits sechs Sekunden vor dem Unfall wahrnehmen können. Denn der Scooterfahrer befand sich parallel zur Landesstraße auf einem Geh- und Radweg. Der Geh- und Radweg mündet in die Landesstraße, mit einem Schutzweg auch als Radfahrerüberfahrt. Den Scooterfahrer traf ein Mitverschulden, weil er statt mit den erlaubten 10 km/h nach Einschätzung von Gutachter Christian Wolf mit rund 17 km/h fuhr.

Verteidiger Alexander Fetz beantragte einen Freispruch, weil die Anforderungen an den Lkw-Fahrer mit dem frühen Blicken nach rechts nicht überspannt werden dürften.